LIFE WITHOUT MONEY: Building Fair and Sustainable Economies 2016-11-17 14:24:00

In this Youtube video David Suzuki explains economics as 'a form of brain damage'. Check it out:
https://www.youtube.com/watch?v=1Jlyv1hCTr0

Vortrag zum Commonismus in Leipzig

Ankündigungsplakat „Where Is an Alternative?“ (zum Vergrößern klicken)Am kommenden Dienstag, 15. November, ab 19 Uhr halte ich in Leipzig einen Vortrag mit Diskussion zum Thema Commonismus – selbstorganisiert und bedürfnisorientiert produzieren. Der Vortrag ist Teil der Reihe „Where Is an Alternative? Wege in eine bedürfnisorientierte Ökonomie“, veranstaltet von der Gruppe the future is unwritten (Facebook-Link) in Kooperation mit dem Student_innenRat der Uni Leipzig. Ort: Universität Leipzig, Hörsaal 10.

Aus der Ankündigung:

Im Kapitalismus wird nur gemacht, was Profit verspricht, auch wenn das zwangsläufig auf Kosten von Menschen und Natur geht. Doch diese Logik ist nicht alternativlos – Ansätze wie Freie Software, Open Hardware, solidarische Landwirtschaft oder das Mietshäuser-Syndikat zeigen, dass es anders geht. Sie basieren auf Commons, die kollektiv hergestellt und gepflegt werden und von vielen oder allen genutzt werden können. Und die Menschen kooperieren auf Augenhöhe, statt sich anderen unterzuordnen oder gegen andere konkurrieren zu müssen.

Wie lässt sich diese alternative gesellschaftliche Logik verallgemeinern? Wie kann die allgemeine Re/Produktion so umgestaltet werden, dass sie sich (statt um Profit) um die Bedürfnisse aller dreht? Wie könnte eine solche Gesellschaft funktionieren, die dann nicht mehr kapitalistisch, sondern commonistisch wäre, und – drängender noch – wie kommen wir dorthin? Darum wird es an diesem Abend gehen. Vorab sei gesagt: Der Weg in den Commonismus wird nicht einfach, aber er ist möglich – und notwendig.

Linke Alternativen sind heute wohl nötiger denn je, insofern hoffe ich auf eine gute Veranstaltung.

From: keimform.deBy: Christian SiefkesComments

Eine Welt, in der alle gut leben können

Titelbild „Die Welt reparieren“Das Potenzial der commonsbasierten Peer-Produktion

[Mein Beitrag zum neuen Sammelband Die Welt reparieren. Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis, herausgegeben von Andrea Baier, Tom Hansing, Christa Müller und Karin Werner (Transcript, Bielefeld 2016). Es ist auch möglich, das komplette Buch herunterzuladen (Lizenz: CC BY-NC-ND).]

Die Grundideen des Internets sind Offenheit und Dezentralität – jede soll mitmachen können, ohne erst andere um Erlaubnis fragen zu müssen. Wer heute das WWW benutzt, spürt davon womöglich nicht mehr viel. Wird nicht alles von einigen großen Plattformen wie Google, Facebook, Youtube und Amazon dominiert? Es mag so scheinen, doch ist das WWW nur ein kleiner Teil des Internets und die großen Plattformen sind nur ein kleiner Teil des WWW.

Und was auffällig ist: Auch bei Plattformen wie Facebook, Youtube und Twitter sind es die Benutzer (ich verwende weibliche und männliche Formen zufällig im Wechsel), die alle Inhalte beitragen – anders als beim Fernsehen und bei gedruckten Medien, deren Inhalte von bezahlten Profis erstellt werden. Google ist als Suchmaschine für die Vielfalt des WWW groß geworden, produziert also ebenfalls keine eigenen Inhalte, sondern ermöglicht es, diese zu finden. Beim Onlineshop Amazon spielt der „Marketplace“, auf dem Drittanbieter eigene Produkte verkaufen, eine zunehmend größere Rolle, und eBay lebt komplett von der Vermittlung der Angebote anderer Menschen und Firmen.

Selbstorganisierte Räume des Mitmachens und Teilens

Sogar bei diesen Plattformen scheint die Idee des allgemeinen Mitmachens noch durch, allerdings mit dem wichtigen Unterschied, dass es sich im Gegensatz zum Internet selbst um privat betriebene Orte handelt, die die Erlaubnis zur Beteiligung nach eigenem Gutdünken erteilen und widerrufen dürfen – was Facebook oder eBay nicht passt, wird von ihnen gelöscht. In den Weiten des Internets können dagegen alle beitragen, was sie für richtig halten, und nur im Falle von Gesetzesbrüchen können sie dafür von staatlichen Stellen zur Verantwortung gezogen werden.

Als digitaler Raum basiert das Internet auf Software und Wissen, und seinen Grundprinzipien der Freiheit und Vielfalt entsprechend sind Freie Software (auch Open Source genannt) und Freies Wissen seine Grundlagen. Auch hier steht die Erlaubnisfreiheit im Vordergrund: Freie Software ist nicht nur frei in dem Sinne, dass alle sie kostenlos herunterladen können. Sie räumt vielmehr allen Nutzerinnen umfassende Rechte ein, die als vier Freiheiten bekannt geworden sind:

  1. Alle haben das Recht, die Software für beliebige Zwecke zu verwenden. Es gibt dafür keine Voraussetzungen (etwa dass man in irgendeiner Form „bedürftig“ sein muss) und keine Einschränkungen in der Nutzung (etwa ein Verbot, die Software in Firmen oder für kommerzielle Ziele zu verwenden).
  2. Alle haben das Recht, die Software zu studieren und zu verstehen, wie sie funktioniert. Dafür bekommt man (bei Interesse) Zugang zum sogenannten Quellcode der Software, den Programmierer erstellt haben und verändern können. Das ist bei Software, die von Konzernen wie Microsoft und Apple verkauft wird, fast nie möglich – dort erhält man nur eine maschinenlesbare Form der Software, die vom Computer ausgeführt werden kann, aber für Menschen unverständlicher Zeichensalat ist. Und auch bei Webgiganten wie Google und Facebook kriegt niemand außerhalb der Firma die Software zu Gesicht, die in ihren Rechenzentren läuft.
  3. Man kann die Software verbreiten, also an andere weitergeben, ohne dafür um Erlaubnis bitten zu müssen.
  4. Man kann die Software auch verbessern und den eigenen Vorstellungen gemäß umgestalten. Stört mich etwas an dem, was die Software macht, kann ich es verändern; fehlt mir etwas, kann ich es hinzufügen. Und auch die so veränderte Version darf ich an andere weitergeben, die sie wiederum verbessern und an andere weitergeben können.

Das Internet basierte von Anfang an und bis heute auf Freier Software. Der Großteil aller Webseiten wird von freien Webservern wie Apache und nginx ausgeliefert, und unzählige Webseiten werden mithilfe freier Programme wie WordPress und Drupal erstellt. Programmiersprachen – die Sprachen, in denen Programme erstellt werden – sind heute in den meisten Fällen Open Source oder als offener Standard verfügbar. Auch die zahlreichen Programme, die unsichtbar auf Servern und Routern laufen, sind zum großen Teil frei. Die allermeisten Server und Supercomputer laufen unter dem freien Betriebssystem Linux, und auch zahlreiche Programmierer und Computerprofis verwenden dieses System. Das auf Smartphones am weitesten verbreitete Betriebssystem, Android, ist ein von Google entwickelter Linux-Ableger, den Google selbst wiederum (wenn auch zögerlich) als Freie Software bereitstellt.

Der Erfolg des Internets selbst basierte maßgeblich darauf, dass es auf offenen Standards beruht. Wer diese Standards umsetzt, kann sich beteiligen – es gibt keine Firma oder Zentralinstanz, die kontrollieren könnte, wer mitspielen darf.

Das Teilen jeder Art von Wissen ist mit dem Internet sehr einfach geworden. Zu den sieben am häufigsten besuchten Webseiten gehört die Wikipedia, die freie Enzyklopädie in unzähligen Sprachen, die ebenfalls die vier Freiheiten bietet. Man kann sie nicht nur lesen, sondern auch verbessern und erweitern, wobei die Community selbst darüber wacht, dass Unsinn und Spam schnell wieder entfernt werden. Ein Prozess, der nicht immer perfekt, aber alles in allem bemerkenswert gut funktioniert.

Weitere riesige Sammlungen von Freiem Wissen sind OpenStreetMap, ein Projekt zur Erstellung von freien und vielfältig nutzbaren Landkarten, und das Internet Archive, eine gigantische, ständig erweiterte Sammlung von eingescannten Büchern, nicht mehr regulär vertriebenen Computerprogrammen und archivierten Versionen von Webseiten, die so für die Nachwelt verfügbar bleiben. Unzählige weitere freie Werke – Texte, Bilder, Musik, selbst Filme – sind dezentral übers ganze Internet verstreut. Viele von ihnen werden von ihren Autorinnen unter Lizenzen der Creative-Commons-Initiative veröffentlicht, die sich zum Ziel gesetzt hat, Urhebern das freie Teilen ihrer Werke leicht zu machen. (Wobei allerdings nicht alle CC-Lizenzen die vollständigen vier Freiheiten einräumen – manche erlauben nur die nichtkommerzielle Weitergabe oder verbieten das Verändern gleich ganz.)

Die ABCD-Prinzipien

Gemeinsam sind dem offenen Internet und den freien Projekten, die auf seiner Basis florieren, vier wesentliche Prinzipien, die man nach den Anfangsbuchstaben ihrer Kernbegriffe als ABCD-Prinzipien bezeichnen könnte:

A Kooperation auf Augenhöhe:

Die Beteiligten in freien Projekten arbeiten oft freiwillig zusammen, um zu einem gemeinsamen Ziel beizutragen. Deshalb kann keine von ihnen den anderen Befehle erteilen, da es keine Druckmittel wie etwa die Angst vor Entlassung und Arbeitslosigkeit gibt, um Gehorsam zu erzwingen. Alle machen aus freier Entscheidung mit – oder eben gar nicht. Oft gibt es Koordinatorinnen (gerne „Maintainer“ oder „Admins“ genannt), die ein Projekt auf Kurs halten und entscheiden, ob Beiträge integriert oder zurückgewiesen werden, aber diese sind auf die freiwilligen Beiträge der anderen angewiesen und können keinerlei Zwang anwenden. Dieser Modus der Zusammenarbeit wird gerne als „Peer-Produktion“ bezeichnet, denn das englische Wort peers bezeichnet (unter anderem) Gleichberechtigte, die sich niemandem unterordnen müssen. In einem offenen Prozess entwickeln die Projektbeteiligten die Regeln und Organisationsformen der Zusammenarbeit selbst.

Das gilt in vollem Umfang allerdings nur da, wo sich Freiwillige ohne finanzielle Interessen engagieren. Bei Wikipedia und OpenStreetMap ist dies fast ausschließlich der Fall. Freie Software wird dagegen oft von Firmen mitentwickelt, die einige ihrer Programmierer mit der Weiterentwicklung der Software beauftragen – etwa weil sie diese selber nutzen oder mit Zusatzangeboten wie Support Geld verdienen wollen. In solchen Fällen gelten natürlich die Regeln der Firmenwelt weiter und diese Programmiererinnen müssen den Weisungen des Managements Folge leisten.

B Beitragen statt tauschen:

Projekte haben ein gemeinsames Ziel, und alle Teilnehmenden tragen auf die eine oder andere Weise zu diesem Ziel bei. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen. Manche wollen das entstehende Produkt selber nutzen, anderen macht die jeweilige Tätigkeit Spaß oder sie wollen ihr Wissen teilen. Wieder andere beteiligen sich, um etwas zu lernen oder der Community etwas zurückzugeben. Durch das allgemeine Beitragen kommen alle schneller zum Ziel, als wenn sie vereinzelt vor sich hinwursteln würden.

An Peer-Projekten Beteiligte tragen direkt zu einem Ziel bei, das sie für wünschenswert oder unterstützenswert halten. Ganz anders der marktwirtschaftliche Ansatz, wo alle arbeiten und produzieren, um etwas zu verkaufen (oder zu tauschen – Kauf und Verkauf sind die geldvermittelte Form des Tauschens). Wer in Hinblick auf die Verkaufbarkeit produziert, verfolgt ein indirektes Interesse – es geht gar nicht um das Produzierte, sondern darum, einen erhofften Geldgewinn zu erzielen. Die Peer-Produktion lässt dieses Tausch-Paradigma hinter sich.

C Commons und Besitz statt Eigentum:

Eigentümer haben das Recht, andere von der Nutzung ihres Eigentums auszuschließen oder ihnen – üblicherweise gegen Gebühr – den Zugang dazu temporär oder dauerhaft einzuräumen. In Peer-Produktion entsteht in aller Regel kein Eigentum einzelner, denn wieso sollten Menschen freiwillig zur Entstehung einer Sache beitragen, von deren Nutzung sie dann hinterher ausgeschlossen sind oder werden können? Freie Software, Freie Wissensartefakte und auch das offene Internet selbst sind keine Waren, die von Firmen hergestellt werden, um verkauft oder vermietet zu werden und der Firma so Profite zu verschaffen. Stattdessen sind sie Commons (auf Deutsch auch „Gemeingüter“ oder „Allmenden“ genannt), die niemandem exklusiv gehören, sondern kollektiv genutzt werden. Zur Nutzung gehört auch die gemeinsame Pflege und Weiterentwicklung, weshalb hinter jedem größeren Freie-Software- oder Wissens-Projekt eine Community von Menschen steht, die sich darum kümmert, dass das Werk zugänglich bleibt und weiter verbessert wird.

Commons sind kein neues Konzept, ganz im Gegenteil. Schon vor Jahrtausenden galten etwa natürliche Ressourcen wie Wasser, Wälder und Land sowie kollektiv genutzte Einrichtungen wie Wege und Wasserversorgungen oft als Allmenden, die gemeinschaftlich gepflegt und gemäß von der Gemeinschaft festgelegter Regeln genutzt wurden. Das Internet hat dieser uralten Praxis, die in Vergessenheit geraten, wenn auch nie ganz verschwunden war, zu einer Renaissance verholfen. Doch eins ist bei den digitalen Commons anders: Während bei traditionellen Allmenden die Gemeinschaft der Kümmerer und Nutzerinnen lokal begrenzt war – etwa auf die Bewohner eines bestimmten Dorfs –, sind diese neuen Allmenden grundsätzlich offen für alle, die mitmachen wollen und bereit sind, sich an die kollektiv festgelegten Spielregeln zu halten.

Was aber ist mit Gütern, die nicht gemeinsam genutzt werden können, sondern nur von einzelnen oder kleinen Gruppen? Etwa mit dem Apfel, den niemand mehr essen kann, wenn ich ihn gegessen habe, oder mit dem Fahrrad, mit dem niemand anderes fahren kann, während ich es fahre? Da es bei Peer-Produktion um ein gemeinsames direktes Ziel statt um das indirekte Ziel der Verkaufbarkeit geht, kommt es hier weniger auf formale Eigentumsrechte an als auf Nutzungsmöglichkeiten. Das wird als Besitz bezeichnet – die Wohnung, die ich gemietet habe, ist mein Besitz, aber das Eigentum meines Vermieters. Einen Peer-produzierten Apfel könnte ich essen, aber ich habe vielleicht kein Recht, ihn zu verkaufen, wenn ich ihn nicht selber essen will – stattdessen kann ihn dann jemand anderes essen (nutzen), ohne dafür meine Erlaubnis zu brauchen. Genaueres bestimmen die Regeln, die sich die Community gibt.

D Dezentral-selbstheilend:

Das Internet unterscheidet sich von älteren Netzen wie dem klassischen Telefonnetz dadurch, dass es auf dem Prinzip des packet switching (Paketvermittlung) basiert. Für Telefongespräche braucht es eine feste Verbindung zwischen Anruferin und Angerufenem; wird diese Verbindung irgendwo unterwegs unterbrochen, ist das Gespräch vorbei. Solange die Verbindung offengehalten wird, belegt sie jedoch auch dann Kapazitäten, wenn gerade keine der Beteiligten etwas sagt. Kommunikationsvorgänge im Internet werden dagegen in viele kleine Pakete aufgeteilt, und jedes dieser Pakete sucht sich seinen eigenen Weg. Bricht der bisher gewählte Weg weg, finden die weiteren Pakete einfach einen anderen, so dass die Kommunikation weitergehen kann. Internetkommunikation ist daher selbstheilend: Solange es nur irgendeinen denkbaren Weg zwischen den Beteiligten gibt, wird dieser gefunden; man muss nicht „neu wählen“, weil das Gespräch unterbrochen wurde. Und wenn sich die Beteiligten gerade nichts zu sagen haben, werden keine oder nur ganz wenige Pakete verschickt, so dass mehr Kommunikationskapazität für andere bleibt.

Beim klassischen Telefonnetz gibt es Vermittlungsstellen, die alle Verbindungen herstellen – ist die Vermittlungsstelle nicht erreichbar, kann man niemanden mehr anrufen. Dagegen gibt es im Internet (jedenfalls auf der Ebene der Paketvermittlung) keine derartigen Zentralstellen, sondern alle direkt ans Internet angeschlossenen Computer sind grundsätzlich gleichberechtigt. Selbst wenn das Internet komplett in zwei Teile zerfallen würde, würde innerhalb jedes dieser Teile alles weiterlaufen wie bisher.

Auch digitale Commons produzierende Projekte weisen diesen dezentral-selbstheilenden Charakter auf. Bei proprietärer Software (oder anderen Verkaufsprodukten) hängt alles von der Herstellerfirma ab – wenn diese pleitegeht oder das Interesse an dem Produkt verliert, sitzen die Kunden auf dem Trockenen. Und wenn sich Kundinnen eine bestimmte Erweiterung wünschen, an der der Hersteller kein Interesse hat, sind sie machtlos, denn selbst verändern können und dürfen sie die Software nicht. Ganz anders bei Freier Software: Hier gibt es zwar typischerweise ein Team, das sich um die Entwicklung kümmert, doch hat es keine exklusiven Rechte an dem Produkt. Verliert das Originalteam irgendwann die Lust, können andere dort weitermachen, wo es aufgehört hat. Und alle haben das Recht, eigene veränderte Versionen der Software zu erstellen und zu verbreiten, ohne dafür irgendjemanden um Erlaubnis bitten zu müssen.

Vom Freien Wissen über Freies Design zur verallgemeinerten Peer-Produktion?

Am besten funktioniert die Peer-Produktion bislang bei der Produktion und Verbreitung von Wissen und Zeichenartefakten. Ansatzweise greift dies schon in die materielle Welt über, wenn etwa Baupläne und Konstruktionsbeschreibungen für materielle Dinge geteilt werden. Das wird Freies Design oder Open-Source-Hardware genannt. Die Dinge selbst werden hier freilich noch nicht frei verfügbar gemacht, sondern nur das Wissen darum, wie man sie herstellt.

Der Berliner Designer Ronen Kadushin entwirft frei verfügbare Möbel und vom SketchChair-Projekt kommt eine Software, die es allen ermöglicht, selbst zu Möbeldesignern zu werden. Das Open Prosthetics Project entwickelt frei nutzbare Arm- und Beinprothesen, die den individuellen Bedürfnissen besser angepasst werden können als bei kommerziellen Produkten üblich. Das von einem im Krieg verstümmelten Soldaten gegründete Projekt hat auch den Anspruch, eine bessere medizinische Versorgung von Menschen zu erreichen, die sie sich normalerweise nicht leisten können, wie z.B. in „Entwicklungsländern“. Mehrere Projekte veröffentlichen Baupläne für kleine Computer, deren Grundbausteine auf eine einzige Platine passen und die modular erweitert werden können – neben dem sehr bekannten Arduino gibt es unter anderem das PandaBoard und das BeagleBoard. Zahlreiche weitere Projekte aus dem Elektronikbereich sind im Open Hardware Repository zu finden.

Auch die Baupläne für Produktionsmittel werden frei geteilt. Besonders populär ist der 3D-Drucker RepRap, der seine eigenen Bauteile selbst „ausdrucken“ kann und inzwischen in zahlreichen Varianten existiert. Auch Laserschneidmaschinen, Platinenfräsen und programmgesteuerte Webstühle gibt es als Open Source. Bislang sind diese Maschinen allerdings eher zum Experimentieren und für Prototypen geeignet, mit der hochindustrialisierten kapitalistischen Massenproduktion können sie nicht mithalten.

Der Sprung vom freien Teilen von Bauplänen und anderen Zeichenartefakten zum freien Teilen auch materieller Dinge ist noch nicht geglückt. Das sollte aber kein Grund sein, nicht schon weiterzudenken. Ist eine Welt möglich, in der Peer-Produktion und Commons allen Lebensbereichen zugrunde liegen? Wie könnte eine solche Gesellschaft funktionieren?

Es wäre eine Welt, in der die oben genannten ABCD-Prinzipien alle Lebensbereiche durchdringen. Das würde bedeuten, dass Dinge hergestellt, gewartet und repariert, Dienstleistungen angeboten und Infrastrukturen am Laufen gehalten werden, weil sie jemand gebrauchen kann, und nicht, weil jemand damit Geld verdient. Die Menschen gehorchen nicht, weil sie die Angst vor Jobverlust oder vor der Polizei dazu zwingt, sondern sie arbeiten mit anderen zusammen, weil sie das für sinnvoll halten – selbstbestimmt und auf Augenhöhe.

Dinge werden hergestellt, um genutzt, nicht um verkauft zu werden. Das Eigentum im heutigen Sinne verliert deshalb seine Bedeutung. Ich lebe in meiner Wohnung, so lange ich das möchte, doch wenn ich in eine andere Stadt ziehe, verkaufe ich sie nicht, sondern gebe sie der Community zurück, die dann jemand anderes findet, der darin wohnen möchte.

Die Güterverteilung funktioniert nach dem Prinzip der Flatrate. Niemand lebt im Elend und keine hat so viel, dass sie gar nicht mehr weiß, wohin damit – sondern alle nehmen sich, was sie brauchen, weil sie es brauchen. Alle oder die meisten tragen auf die eine oder andere Weise zu dieser kollektiv selbstorganisierten Flatrateproduktion bei – nicht weil sie andernfalls ins Elend abrutschen oder ins Gefängnis geworfen würden, sondern weil sie das für sinnvoll halten und weil es allgemein üblich ist.

Allgemeine Beteiligung ohne Zwang

Aber würde das funktionieren? Werden nicht alle faul auf dem Sofa liegen, weil Menschen nur arbeiten, wenn sie dazu gezwungen sind – wenn ihnen andernfalls Elend und soziale Ausgrenzung oder Schlimmeres drohen? Und wenn die Dinge kein Geld mehr kosten, werden sich dann nicht alle massenhaft Dinge aneignen, egal ob sie sie wirklich gebrauchen können oder nicht, so dass alle Versorgungsinfrastrukturen rasch zusammenbrechen würden?

Es gibt keine Patentrezepte für eine andere Gesellschaft und deshalb keine Gelingensgarantie. Jede Gesellschaftsorganisation hat ihre Probleme und die in der Gesellschaft lebenden Menschen werden geeignete Wege finden müssen, damit umzugehen. Doch das eben skizzierte Negativszenario basiert auf falschen Annahmen. Es verallgemeinert bestimmte, nur im Kapitalismus geltende Bedingungen.

Faul zu sein, ist schön und wichtig, und die Menschen in einer Peer-Commons-Gesellschaft werden viel Zeit dafür haben, denn die notwendigen (re-)produktiven Arbeiten werden sehr viel weniger Zeit in Anspruch nehmen als heute. Das liegt daran, dass der kapitalistische Produktionsprozess in mancher Hinsicht sehr ineffizient ist. Firmen stehen in Konkurrenz zueinander und versuchen ihr Wissen deshalb möglichst geheim zu halten. Das führt zu viel unnötiger Doppelarbeit, weil jede ihre eigenen Lösungen finden muss, statt dass alle gemeinsam weiterdenken und gegenseitig an ihre Vorarbeiten anknüpfen können. Jede Firma muss so viel verkaufen wie sie kann. Sie versucht ihre Kunden zu überzeugen, dass sie immer mehr und Neues brauchen, und gestaltet ihre Produkte so, dass sie rasch kaputtgehen oder veralten („geplante Obsoleszenz“). Und weil sich konkurrierende Firmen in ihrem Versuch, möglichst viel Umsatz zu machen, nicht abstimmen können, kommt es immer wieder zur Überproduktion von Waren, die sich als unverkäuflich entpuppen.

Peer-Produzenten ähnlicher Güter werden sich dagegen abstimmen, um kollektiv für den bestehenden Bedarf zu produzieren, aber nicht darüber hinaus. Sie werden ihr Wissen miteinander teilen und langlebige sowie leicht reparierbare Produkte entwickeln, von denen die Nutzerinnen möglichst viel haben – schließlich produzieren sie für deren Bedürfnisse, nicht für den Profit. Außerdem werden ganze Wirtschaftszweige, etwa das Finanzwesen, der Immobilienhandel und die Rüstungsindustrie wegfallen, weil sie niemand mehr braucht.

Es wird also sehr viel weniger Arbeit geben als heute, aber natürlich muss auch diese Arbeit noch geleistet werden. Zum Glück ist die These falsch, dass Menschen nur unter Zwang arbeiten. Heutige Peer-Projekte zeigen, dass es viele andere Gründe gibt, etwa die Freude am Tun oder der Wunsch, etwas zu lernen. Es ist auf Dauer unbefriedigend, immer nur von anderen abhängig zu sein, ohne selbst etwas für die anderen zu tun und damit die einseitige Abhängigkeit in eine gegenseitige zu verwandeln. Beziehungen in Familien und im Freundeskreis basieren auf einer informellen Gegenseitigkeit – jeder tut etwas für die anderen, ohne dass es sinnvoll oder praktikabel wäre, das gegeneinander aufzurechnen.

Eine Peer-Commons-Gesellschaft würde auf dieser informellen Gegenseitigkeit als allgemeinem Organisationsprinzip basieren. Typischerweise würden sich alle, sofern sie nicht zu jung, zu alt oder zu krank sind, auf die eine oder andere Weise an den gesellschaftlich nötigen Tätigkeiten beteiligen – ob sie sich um Kinder kümmern, Alte oder Kranke pflegen, Landwirtschaft betreiben, Busse fahren, Fahrräder bauen oder reparieren, Energie- und Wasserversorgung in Betrieb halten etc. Peer-Produktion ist generell „hinweisbasiert“. Wer sich etwas wünscht oder etwas sieht, das im Argen liegt, hinterlässt Hinweise darauf, was zu tun ist. Andere sehen diese Hinweise und wer sich selbst für geeignet und die entsprechende Aufgabe für relevant hält, beteiligt sich dann vielleicht an ihrer Erfüllung. So können sich die Menschen selbst aussuchen, auf welche Weise sie sich in den gesellschaftlichen Prozess einbringen.

Vermutlich werden sich die allermeisten gesunden Erwachsenen beteiligen. Schon die Erwartungen der anderen dürften dafür sorgen, dass sich niemand ohne guten Grund verweigert. Wer das tut, hätte zwar keine Sanktionen zu erwarten, aber vermutlich schiefe Blicke und kritische Fragen von Nachbarinnen und Freunden. Und wenn sich fast alle auf die eine oder andere Weise beteiligen, hat niemand sehr viel zu tun, was die Attraktivität der „Verweigerungslösung“ weiter vermindert.

Kollektive freiwillige Selbstorganisation führt manchmal zu sehr unausgewogenen Belastungen – manche hängen sich sehr stark rein, um „den Laden am Laufen“ zu halten, andere tun nur gelegentlich einmal etwas und kümmern sich um Dinge, die ihnen sowieso gefallen. Auf Dauer kann das bei Ersteren leicht zu Frust und einem Gefühl von Überforderung führen. Dieses Risiko lässt sich nicht ganz aus der Welt schaffen, ohne den freiwilligen Charakter der Zusammenarbeit zu zerstören – es gibt aber Möglichkeiten, bewusst damit umzugehen und es so zu minimieren.

Eine Möglichkeit ist ein allgemeines Trackingsystem, in die Freiwilligen den Umfang ihres Engagements eintragen. Jede kann so sehen, wie sie relativ zum Durchschnitt aller (die sich am Tracking beteiligen) steht. Hat man deutlich weniger gemacht, kann das ein Hinweis sein, sich mehr zu engagieren; ist die eigene Beteiligung überdurchschnittlich, kann man es ruhiger angehen lassen oder sich eine Auszeit gönnen. Auch wer sich nicht aktiv am Tracking beteiligt, weiß so, wie viel Beteiligung gesellschaftlich üblich ist und kann sich daran orientieren. Alle diese Entscheidungen werden aber weiterhin freiwillig von den Einzelnen getroffen, und nur die Einzelne erfährt, wie viel sie selbst beiträgt – alle anderen erfahren nur Durchschnittszahlen.

Eine allgemeine Beitragspflicht dürfte kaum sinnvoll sein, da sie demotivierend wirken würde. Wer sich noch an die eigene Schulzeit erinnern kann, dürfte wissen, dass Dinge, die man tun muss, immer deutlich unattraktiver sind als solche, für die man sich freiwillig aus eigenem Interesse entschieden hat. Sie wäre auch nicht effektiv durchsetzbar, da man beim Erfassen der Zeiten schummeln oder einfach herumtrödeln könnte.

Im Kapitalismus sorgen Marktmechanismen dafür, dass nur Zeit „zählt“, in der effektiv gearbeitet wurde – ein trödelnder Tischler, der sich doppelt so viel Zeit gelassen hat wie andere, kann seinen Tisch trotzdem nicht teurer verkaufen. Aber diesen Effekt gibt es nur bei Konkurrenz einzelner Privatproduzenten, die dann notwendigerweise gegeneinander arbeiten. Und diese Konkurrenz führt notwendigerweise zu Gewinnern und Verliererinnen – manche bleiben im Konkurrenzkampf auf der Strecke. Konkurrenz führt außerdem zu einem Unterbietungswettbewerb, der oft auf Kosten der Natur (die übernutzt wird), der eigenen Mitarbeiter (deren Arbeitskraft möglichst intensiv ausgebeutet wird) oder der Kundinnen (denen unter Umständen ein gesundheitsschädigendes oder kurzlebiges Produkt angedreht wird) geht.

Will man dies nicht, dann ist auch kein effektives Einfordern von Mindestbeteiligungszeiten möglich. Es dürfte aber auch nicht nötig sein, weil die meisten verantwortungsvoll genug sein dürften, sich in angemessenem Maße einzubringen, wobei ihnen Hilfsmittel wie das skizzierte Trackingsystem helfen können, ihre Beiträge im Auge zu behalten.

Welt ohne Geld

Da es keine Gehälter mehr gibt, entfällt auch der Zwang, sich das Notwendige oder Gewünschte kaufen zu müssen. Die produzierten Güter (ob materiell, immateriell oder Dienstleistung) werden stattdessen nach dem Flatrateprinzip verteilt: Alle nehmen sich, was sie brauchen, sobald sie es brauchen. Und was man nicht mehr braucht, gibt man (wenn es noch gut ist) zurück, so dass andere es gebrauchen können. Schließlich gibt es kein Eigentum mehr, das man durch Verkaufen oder Vermieten „zu Geld machen“ kann, und auch keine Notwendigkeit mehr dazu. Statt Läden gibt es Verteilstellen, aus denen man sich bedient, und in die man nicht mehr Gebrauchtes zurückbringen kann. Die Menschen werden sich bald angewöhnen, diese Verteilstellen als ausgelagerten Lagerraum anzusehen, und sich nur bei Bedarf das Benötigte holen, statt unnötigen Plunder in der eigenen Wohnung oder Garage zu behalten.

Aber würde das Flatrateprinzip nicht zu allgemeiner Übernutzung führen – würden nicht alle einen Mercedes fahren und eine viel zu große Wohnung bewohnen? Wohl nicht, denn teure Autos und Luxuswohnungen sind heute ein Statussymbol. Man leistet sie sich zu einem guten Teil, um zu zeigen, dass man sie sich leisten kann, und um sich so von der Masse abzusetzen. Dieser Effekt würde entfallen, denn was frei verfügbar ist, kann kein Statussymbol sein.

Ohne Geld, das es seinen Besitzerinnen ermöglicht, sich ohne Weiteres zu kaufen, was sie wollen, bleibt den Einzelnen auch gar keine Möglichkeit, sich ohne Rücksicht auf die anderen und deren Bedürfnisse nur um das eigene Wohl zu kümmern. Niemand kann alles allein herstellen, was er zum Leben braucht, weshalb nur eine allgemeine Verständigung mit anderen darüber bleibt, was gewünscht wird und wie das Gewünschte auf eine Weise aufgeteilt werden kann, die alle als fair empfinden. Statt Luxusvillen für einige und Slums für den großen Rest wird ausreichend Wohnraum entstehen, in dem sich alle wohlfühlen können. Das heißt nicht, dass es nur noch langweilige Einheitswohnungen gäbe, sondern Stil, Schnitt und Ausstattung werden gemäß individuellen Präferenzen variieren.

Generell wird es darum gehen, die (re-)produktiven Infrastrukturen so zu gestalten, dass niemand zu kurz kommt – also Lösungen zu finden, die allen ein Leben gemäß ihren individuellen Vorstellungen und Wünschen ermöglichen. Dabei kommt es im Zweifelsfall darauf an, auf die „Bedürfnisse hinter den Bedürfnissen“ zu schauen – hinter dem Wunsch, ein bestimmtes Auto zu fahren, steckt etwa das Bedürfnis nach Mobilität. Ein Mercedes für jede ist ein Ding der Unmöglichkeit, aber eine flexible Verkehrsinfrastruktur, die Mobilität für alle ermöglicht, ist machbar. Umfassen wird sie wahrscheinlich vor allem Bahnlinien und öffentlichen Nahverkehr, Fahrräder (mit oder ohne elektrischen Hilfsmotor) sowie Pools von Fahrzeugen (z.B. Lastenräder oder Kleinbusse), die man sich bei Bedarf ausleiht.

In einem einzelnen Artikel können die Möglichkeiten und Herausforderungen einer Gesellschaft nach dem Kapitalismus und nach dem Geld nur skizzenhaft dargestellt werden. Wer mehr wissen will, ist eingeladen, auf dem Gemeinschaftsblog keimform.de weiterzulesen und gerne auch mitzudiskutieren.

Literatur

Habermann, Friederike (2016): Ecommony: UmCARE zum Miteinander, Sulzbach.

Meretz, Stefan (2015): Commonismus statt Sozialismus. In: Marxistische Abendschule Hamburg (Hg.): Aufhebung des Kapitalismus. Die Ökonomie einer Übergangsgesellschaft, Hamburg, 259–277. Online unter: http://keimform.de/2015/commonismus-statt-sozialismus

Nuss, Sabine (2015): Die stigmergische Zukunft. In: neues deutschland vom 11.04.2015. Online unter: http://keimform.de/2015/die-stigmergische-zukunft/

From: keimform.deBy: Christian SiefkesComments

»Gesellschaft nach dem Geld« im Radio

demonetizeIn der Kultursendung »Scala« des Radiosenders WDR 5 lief das Feature »Gibt es eine Gesellschaft nach dem Geld?«. Ist ganz schön geworden 🙂 Hintergrund ist das Projekt »Gesellschaft nach dem Geld«, an dem ich beteiligt bin.

From: keimform.deBy: Stefan MeretzComments

Commons Associations

By Christian Siefkes, Johannes Euler, Gunter Kramp and Nikolas Kichler

Logo of the Commons InstituteAn idea for unifying commons-based projects in a self-organised solidarity economy that’s easy and convenient to join

[This article is also available in PDF format. / Diesen Artikel gibt es auch auf Deutsch.]

The ideas presented in this document are based on an open space session that took place in April 2016 during the spring meeting of the German Commons Institute. The session was initiated by Gunter; further participants were Britta, Christian, Hannes, Nikolas, Sarah, and Sunna.

This document has been written by Christian, Hannes, Gunter, and Nikolas together with Stefan T. It has been translated by Justin and Christian.

Context: Which Problems Are We Trying to Solve?

There are various intentional communities that practice a shared economy (e.g. Twin Oaks in the US or Niederkaufungen in Germany). However, few people are attracted to living in such communities and the barriers to entry are high. Reasons for this include the necessity of sharing so many spheres of life with the same group of people, often causing long and tedious discussions. (A new community member described the experience as “like getting married to 70 people at the same time.”)

There are also numerous commons-based projects focusing on the self-organised production and distribution of goods. Such projects practice a form of solidarity that offers practical alternatives to some parts of the capitalist economy. A widespread example is community-supported agriculture (CSA). Often (at least in German-speaking countries) CSAs practice a model of cost sharing where nobody is forced to pay a fixed price. Instead each member voluntarily decides how much money they can contribute. In the end, such an “offer round” is only completed successfully if the summed contributions cover all costs, but how much everybody contributes is up to them. Hence, there is no buying and selling and no fixed relation between giving and taking. (For a German-language description of the process, cf. SoLaWi-Tagebuch: So funktioniert die solidarische Landwirtschaft.)

So far, however, such commons-based projects are fairly small-scale and cover only a few spheres of life. How can these limitations be overcome?

One thing that’s missing is closer coordination between projects that provide for different needs (“vertical cooperation”). How can I participate in 10 or 20 commons-based projects – how can I get access to the products they offer – without losing “too many evenings” (in the words of Oscar Wilde) by having to participate in separate offer rounds (and possibly other obligations) for every project? It should be possible for projects like these to cover more and more spheres of life without burdening participants too much.

Another aspect that shouldn’t be neglected is the coordination between projects that provide similar goods (“horizontal cooperation”). Otherwise the establishment of (say) more and more CSAs could lead to a situation where they find themselves competing against each other – e.g. for contributing members, for workers with a suitable skillset, or for land and other resources.

How can we ensure that projects will cooperate with and complement each other instead of competing? And how can we facilitate the organisation of joint support projects producing, for example, suitable means of production? In the case of CSAs, such projects could improve and share seeds or they could design and manufacture agricultural machinery.

It’s not quite so easy to get involved in commons-based projects either. You need a certain amount of trust in others and you need to be able to assess your own situation in order to partake in an offer round. How can such hurdles be sensibly reduced to make it easier to get involved?

Based on the above analysis, we have tried to address the following questions:

  • How is it possible to create connections between commons-based projects that facilitate horizontal and vertical cooperation between them and that encourage the formation of more and more such projects?
  • Which kinds of structures allow people to organise most or all aspects of life according to commons principles, while keeping the barriers to entry low? (Some intentional communities succeed at the first task, but their barriers to entry are high.)
  • How can such projects be made attractive enough that more and more people want to get involved and so that more and more of their needs can be satisfied in this way?

The Idea: An Association of Commons-Based Projects

The basic idea of our attempt to answer these questions is: we want regional project associations connecting commons-based, self-organised projects.

We call the envisaged organisation a commons association. The name may still change – other names that came up during brainstorming include commons network, commons coalition, commoning association, commons syndicate, common pool, commoning portal, city of workshops (for urban associations), scalable network community. Any other good ideas?

What’s more important is the concept: an association connects various projects in the same geographical region, which join forces to provide good solutions for (ultimately) all spheres of life. This could include providing members with food (CSAs), electricity (community-supported energy = CSE), living quarters (residential communities or housing co-ops, Mietshäuser Syndikat), childcare, places for experimentation and for the production of means of production and other useful things (open workshops, Fab Labs), software and computer support (hackerspaces), libraries for borrowing tools, household items, and other occasionally required things (in Germany and Austria there are various noncommercial “Leilas”, short for Leihladen or borrowing shop), clothing (clothing distribution centres, sewing workshops), the redistribution of things their former owners no longer need (free shops), and much more.

Additionally cooperation should take place at a superregional level, particularly regarding the production and usage of free knowledge (free and open-source software, open-source hardware, free seeds etc.) But when it comes to the satisfaction of physical/vital needs, regional cooperation should be most important, augmented by superregional cooperation when needed (how to organise such additional superregional cooperation will be discussed below).

Anybody who’s a member of any one of the participating projects becomes a member of the commons association automatically and can benefit from anything it offers. (How this can work in practice is discussed below).

Thus the commons association makes it possible to find suitable solutions for all spheres of life without personally having to get involved in many separate projects. (Having to participate in separate offer rounds and other organisational matters of each distinct project would be impractical and very time-consuming.) It provides access to the benefits offered by various projects and allows contributing in suitable ways. Its ultimate purpose is to mediate the various needs, activities and contributions of all its members.

The commons association is not just a loose network of projects. It organises a collective needs-driven provisioning system, bringing together those who need or want certain benefits and those who can provide them. There is no strict separation between producers and consumers, but rather a smooth transition from one group to the other; all can cooperate on an equal footing.

A Shared Economy as a Flow of Contributions of Different Kinds

Providing the members of the commons association with goods causes expenses of various kinds. There are things that need to be done (tasks or “work”) and in a world that’s otherwise still mostly capitalistic, money is needed in order to buy or rent things that the association doesn’t yet own and cannot yet produce. Alternatively, some such things might be donated by members so that they don’t have to be bought. Still more money is needed if member projects want to pay salaries for performed tasks (see below).

To determine the required contributions, each project keeps a budget of its projected needs. The goal of this budget planning is to answer the questions: “How many and what kinds of goods do we need to produce or provide? What costs will that incur? Which tasks need to be done and where do we need the help of others?”

Based on the financial part of the budget, each project calculates a suggested contribution value (guideline value) for those who want to use the produced goods. Such a guideline value is not obligatory, but only a hint, a suggestion on what amount of payment would be appropriate. Instead of being absolute, it may be calculated relative to a person’s income. This means that somebody who earns three times as much as another person will get a guideline value that’s three times as high. This notion of relative guideline values is similar to the system used by the German public health insurance companies whose membership fees are calculated relative to a person’s income. (See below for further discussion of relative guideline values.) But ultimately every person decides for themselves how much they are able and willing to contribute. The important thing is that the total is sufficient to cover the expected expenses of the project.

Most participants will want to use many different kinds of goods and services (perhaps only vegetarian food? Perhaps also meat? Perhaps also electricity? Or perhaps everything the pool has to offer?). Their total guideline value is calculated by adding up the respective guideline values for all the kinds of goods they want to consume.

The collected financial contributions only serve to cover the expenses of projects; they can’t make anybody rich. And they shouldn’t exclude anyone from participating in the association, which is why they are relative to people’s income and are only suggestions rather than being mandatory.

In the long run, a commons association aims to provide more and more of the goods and services needed by its members. The goal is to have member projects produce all these goods as well as the required means of production and other upstream products and resources. Where this is infeasible because an association is too small, cooperative projects jointly organised by several commons associations may be able to close the gap. If this strategy works, fewer and fewer goods will have to be purchased from the capitalist outer world. This should cause the financial budget to shrink over time – not in absolute numbers, but relative to the number of people that belong to the association and the variety of goods offered to them. Cooperation between commons associations is likely to be essential for this, as a single association will be too small to efficiently produce some of the goods required (see below).

Monetary calculations are therefore merely a temporary solution during a transitional period; they are not supposed to be needed forever.

Volunteering for tasks required by one of the member projects (or for managing the association) will, however, be permanently possible. This kind of unpaid engagement is welcome (and, all in all, needed to keep the association running), but it’s entirely voluntary rather than mandatory – whether to get active is up to you. (It’s possible that this principle will have to be modified in some cases because there are CSAs that require work assignments. See below for a discussion on how to handle this.)

Whether a person volunteers for tasks has no influence on the size of the guideline value suggested to them as a financial contribution. (Since these values are mere suggestions, you can obviously decide to reduce your actual financial contribution or even to forgo it altogether if you feel that your active engagement is sufficient to make up for that. But that’s a personal decision.)

What Is Pooled

A commons association therefore constitutes a pool, which everyone can take from according to the agreed rules and which everyone can and should contribute to. The pool encompasses three fundamental aspects:

  • Provided goods and activities (“services”): available under the terms agreed (e.g. according to need, or x per person)
  • Budgets (costs for purchases, rent, taxes, paid work): divided up via offer rounds
  • Tasks: can be completed by volunteers or as paid work where agreed (see the next section)

Another thing that is pooled is the risk: by participating in the association the individual projects can protect themselves against uncertainties. When a project is in trouble or needs special short-term support, others can come to its aid. But pooling risks should not be unconditional: as with all solidarity, the autonomy of projects must be accompanied by self-responsibility.

Projects have to be able to fail (including economically in the form of an insolvency) without endangering the entire association. Otherwise, justifiable concerns could soon spell the end of autonomy altogether: for its own security the association would have to start “checking up” on each individual project, which could easily lead to a top-heavy bureaucracy, and that is hardly desirable.

The way to avoid this is demonstrated by the Mietshäuser Syndikat, where theoretically every project could go bankrupt without the syndicate losing any more than the €12,400 that they paid to the project as their share of the start-up capital. On the other hand, the association shouldn’t give up a project unless absolutely necessary. (In the Mietshäuser Syndikat, out of more than a hundred successful housing co-ops there has so far only been one that failed, and in that case they managed to repay the direct creditors at least partially, by having a solidarity committee organise collections.)

While not absolutely necessary, it may also be helpful to have a “capital pool” where the association connects willing creditors with projects that need to make investments. But, for the reasons mentioned above, the association should probably only be the mediator, instead of taking up the credit itself and passing it on, and hence being ultimately liable for paying it back.

One of the advantages for members to give interest-free or low-interest credit to association projects is that they know that something sensible is being done with their money and that they can build up a basis of personal trust with the borrowers. It should not be too difficult to take up loans from more well-off members and their circle of acquaintances, since people find it easier to lend money than to just give it away, and because there isn’t much “competition” in times of generally low interest rates.

If necessary, projects can also make interest-free or low-interest credit available to each other (that is also something practised in the Mietshäuser Syndikat). However that is more likely to be just a short-term solution, because after all, projects are only taking money to cover their foreseeable expenses and aren’t going to have particularly big financial “reserves” at their disposal.

Additionally, projects gain more political weight thanks to the association – who would make trouble with a project that belongs to an association with 500 or even 50,000 members, without having second thoughts?

Paid Jobs within Projects

All the necessary tasks that nobody undertakes voluntarily must be paid (so long as they really are necessary!), and therefore there will also be paid roles in many of the participating projects. This also corresponds to current practice in CSAs and similar projects. Creating jobs is not the association’s goal. But perhaps it can still be a positive side-effect, because the people taking these jobs will be able to make ends meet – so long as they are still living in a capitalist context where it is scarcely possible to do so without gainful employment.

Questions like which roles are needed, who takes them on, and probably also how they are paid, are decided by the participating projects themselves, under their requirements planning. It is possible that co-operating projects will agree on certain general guidelines which will then apply to everyone. Most probably it’s people who are already involved in the project or the association who will be preferred for jobs; people from outside will likely only be considered when they can identify with the association’s self-conception and its cooperative model.

If there are more suitable candidates applying for a job than needed, the participants (applicants as well as the people already involved in the project) will try to find a solution that everyone can live with. In some cases it may be preferable to create several part-time positions instead of fewer full-time ones, though the jobs shouldn’t be divided up to such an extreme that it no longer makes sense for the participants.

There could be a fixed wage, corresponding to the average hourly wage in the corresponding country (or region or city) for example, with surpluses for particular needs (such as single parents / multiple children / living in an expensive area). Alternatively the individual participants could set their own wage based on their individual needs, as practised by some CSA projects (compare Was ist eigentlich „solidarisch“ an der „Solidarischen Landwirtschaft“? [DE]). Of course this model requires the participants to have some skill in self-reflection and the ability to estimate their needs, so it is not entirely unproblematic. Hybrid forms between these two models are also conceivable, for example defined hourly rates as guidelines that the participants can use for orientation (but don’t have to).

In any case, the payment should be high enough for the participants to have proper health insurance (as long as they don’t have another job that gives them access to health insurance). In Germany the monthly salary must currently amount to at least €451 for that to be true. The monetary payment can be accompanied by free access to goods and services from the commons association.

Formation of Prices

As we’ve already discussed, the guideline contributions that are calculated for members are based, amongst other things, on what they would like to consume or use – if they are interested in additional product categories, then there will be higher manufacturing costs, which will be incorporated into their guideline. Within particular product categories however, the flat-rate principle will often apply: you can help yourself to the produced goods according to need, without having to pay for the consumed quantity directly or having it incorporated into your guideline contribution. In this case a share should typically correspond to the consumption demand of a person – a family, shared flat or housing co-op will generally consume more than an individual person and therefore get a higher guideline. On the other hand, provision for children could be included for free, based on considerations of the Berlin SolE project (Solidarische Energieversorgung [DE]) – a contribution is only expected of every adult person living in a household. The actual personal consumption is not billed in this approach.

Alternatively a share could allow the long-term usage of a particular good. A share in a bicycle project might entitle you to obtain a bicycle or pedelec which would also be maintained and repaired when necessary and then replaced at the end of its life with a new model. Some extras such as the occasional use of a bicycle trailer may be included; these are again calculated as a flat rate, i.e. not separately billed. It could be similar in technology projects, which could for example provide their members with a smartphone or a laptop along with the appropriate accessories.

In other cases it might make more sense to calculate the guideline contributions based on the actual individual level of consumption. So your personal guideline in a housing co-op could depend not just on your income, but also on the living space that you’re using – if you have a bigger room or a bigger flat, then in general you’ll pay more. (But it is still based on guidelines here, which aren’t compulsory.)

Guideline prices are in principle also conceivable for non-members. The left-wing café collective Morgenrot in Berlin doesn’t charge a fixed price for a breakfast buffet for example – instead, it has a price range, within which you can make your own assessment of how much to pay. If there is an association housing co-op that has its own bar, it could do a similar thing.

In any event, whether the prices are for members or outsiders, they only serve to cover costs, not for making profit. And prices do not arise from market competition (as a participant in the market I have to try charging the highest price I can, but then lower it to stop customers from switching to a competing product). Instead they are collectively agreed in a transparent process between the members of the association (both “consumers” and “producers” ). And their purpose is not to maximise profit, they are only used to cover the costs that are incurred.

The principle underlying the formation of prices can be summed up in this formula: Sharing the expense by agreement, instead of competition.

Decision-Making and Organisational Structures

Free agreements underlie the relationships between participating people and projects – not formal “democratic” elections and votes, in which a majority could push through their own agenda at the cost of minorities.

The approach of Sociocracy 3.0 may be helpful here: see Sociocracy 3.0 in Details (and in particular the section on Circles and Decision Marking as well as Oranizational Structure).

In this approach, “circles” allow individual projects to coordinate with one another (they could be called “coordination circles”). The circles are staffed according to the four-eyes principle: two delegates from every involved project are sent into a circle – for example, the maintainer and someone chosen by the project team.

Decisions within a circle are made by consent. Consent doesn’t necessarily mean that everyone is happy with the decision, but that everyone can live with it. Anyone with strong objections can block a decision by stating and explaining their objection. The circle cannot ignore objections for which a reason has been given; in this way, a decision is only possible if the circle can allay the concerns so that the objection is withdrawn.

All of the coordination tasks relevant to the commons association, such as drawing up the overall budget and guideline values as well as taking on new projects, are carried out by corresponding circles.

Coordination circles also serve as mediators for related projects within a commons association, those handling a particular type of provision. For instance, within a bigger commons association, you could have several CSA projects reaching mutual agreements with each other in a coordination circle.

Another responsibility of the circles is to create transparency towards the individual projects and the members. They are in charge of publishing the decisions that are made within the projects and in the association, as well as the costs incurred, planning processes etc.

The internal structure of an individual project can also be organised in the form of circles.

Safeguarding Resources against Privatisation

Resource management is guided by the principle: commons and possession instead of property. The things that aren’t commons – i.e. not collectively used and cared for – can become the possessions of individuals, meaning that they can use and, where applicable, consume them. But alienable property (that which can be sold or rented out) plays no role.

Consumer goods (such as food, electricity) are distributed among and consumed by the members, according to their needs and the agreements that have been made.

Goods that are used on a long-term basis (such as houses/living space) can be used by members as long as they need them (unless something else has been arranged), after which they return to the association. As a general rule the users are expected to contribute to the necessary expenses for the duration of use. Just as with housing co-ops of the Mietshäuser Syndikat, the contributions (“rent”) must be sufficient in total in order to produce the good in question (or to acquire it) and to maintain it in the long term, but they don’t have to be equal for all users. Instead, they are shared out by agreement, such as in the offer rounds.

Such long-lasting goods as well as means of production should be protected for the long term as commons. In order to prevent them from being privatised later on (for example, if the project leaves the association), a security measure is available that is modelled on the practice of the Mietshäuser Syndikat. Specifically, the commons resources are formally co-owned by the individual project that produces or uses it, and by the association. They can only be sold with the agreement of both owners, and the association makes it clear in its statutes that it will only give this consent if all of its individual members agree to it. That should make the threat of privatisation de facto impossible, since every person belonging to the association has an inviolable right of veto.

In this way, formal property is “neutralised”. The respective projects have full usage rights, but don’t have the right to bypass the association and sell the goods they use, or to exclude others from using goods that they personally don’t need (anymore).

Any knowledge and information produced (software, building plans etc.) are released as Free Software/Free Knowledge. If in doubt, licences that have a copyleft clause (GPL, AGPL or CC-BY-SA) are preferred, in order to make sure that any derivatives also remain free.

Regionalism and Super-Regional Cooperation

A commons association covers a particular region, typically a city (and its surrounding areas perhaps), a group of neighbouring towns or cities, or a rural region. For example, there could be an association for Berlin-Potsdam, for the Ruhr area, for Wendland, for Vienna etc.

Different commons associations can coordinate with each other, and there can be coordination circles for this purpose as well. This coordination should take place not just at the level of entire associations, but also on the level of each individual industry. For example, the CSAs could coordinate with each other super-regionally and organise common supply chains, such as the production of tools.

So that they don’t eventually become too big and unwieldy, commons associations can each set a maximum size that they don’t wish to exceed – for example, 300,000 people. If the membership figures exceed this limit, then the association breaks up into two or three smaller associations by mutual agreement, with each one of them taking on a particular part of the region formerly covered by the old association. The newly created associations are formally independent of each other, but can nevertheless still work together in some ways, just as there is super-regional cooperation between different associations anyway.

Where the Low Threshold Comes From

The stated aim of our approach is to keep the barriers to entry small, to make everything as attractive as possible, including for people who aren’t enthusiastic about current approaches like communes and CSAs. There are several factors that contribute to this low barrier to entry that we’ve been striving for:

  • People decide for themselves how much or how little they want to participate in the collective economy – everything is possible, from only using one particular offering (such as CSA food) through to living in a housing co-operative and being provided for almost entirely by association projects.
  • Similarly you decide for yourself how intensively and in what way you get involved – whether you just make a financial contribution (and how much you want to give), whether you do some work in the projects as an occasional volunteer, or whether you want to take on an intensive role in one of the projects (which at least in the initial stages will often be a paid role).
  • You can choose for yourself the areas that you want to engage in, depending on your own interests and abilities and what there is available to do. Those areas don’t have to have anything to do with your own consumption – I can for example consume CSA food and take care of children (without necessarily having children myself).
  • You can get involved at any time and then leave again with no disadvantage. (Whereas in some communes you have to put in your entire wealth – and if you leave, then you’ve lost it.)

This last point doesn’t stop individual members from being able to make low-interest or interest-free credit available to projects or to the association, which can enable longer-term planning security. In this case a fixed term can be arranged (meaning you won’t get your credit back earlier) or alternatively the notice periods can be set in such a way that individuals or small numbers of people dropping out can’t put the project in danger, in order to counteract the potential for blackmail in decision-making. (Otherwise lenders could make a threat: “If you don’t do what I want, then I’ll leave and take my money out.”)

Short Summary of the Concept’s Essential Features

The aim is a commons association with a collective economy that is based on needs and contributions. The participants receive primarily non-monetary benefits: goods of all kinds that they need or want.

Money circulates to the extent necessary, but nobody should be excluded for lack of sufficient financial resources. There can also be fairly paid jobs, but only as long as they are necessary for carrying out the tasks required. The goal is to phase them out completely over time.

There is no exchange – instead, people contribute to the common pool and costs as well as benefits are shared according to collective agreements (“From exchange to contributions”). To this end, the participating projects draw up their own budgets, which are then combined together in an association-wide budget (including both the monetary and labour needs).

Who contributes what, and how much, are decided in offer rounds that extend across projects. The goal is a needs-based economy in the old Greek sense of “oikonomia”: the provision of necessary and useful goods (cf. Aristoteles macht aus der Ökonomie eine Wissenschaft [DE]).

Another goal is to organise a kind of reciprocal trust that enables individuals to participate in collective provision, without compulsion or competition and without the worry of being excluded.

Points to Discuss Further

This proposal cannot – and does not intend to – “prescribe” all of the details of how a commons association should be organised: a lot of things will only become clear in practice, when such associations start to spread. The following are some points that still require some discussion or which could perhaps be solved differently to the solutions suggested here.

One point which is still not completely clarified is how the offer rounds are carried out within an association, which after all could potentially involve thousands or even hundreds of thousands of members. Obviously, getting everyone together in one room will quickly prove impossible. One idea for a solution developed by the SolE project is to use nested offer rounds: for example, an association with 10,000 members could have 100 separate offer groups (“small groups”), each with 100 members. Each small group is expected to raise the sum of the guideline contributions for its members as a whole, but exactly how those contributions are distributed among the individual people is arranged at a face-to-face meeting of the small group’s membership. The contribution expected from each small group would, however, be fixed and non-negotiable.

A variant of this concept is to understand the contribution required of the small groups as a guideline as well, and to allow each small group to deviate from it upwards or downwards. As per the Sociocracy principle, each small group then sends two representatives into a circle to establish whether the small groups’ contributions are sufficient in total, and to renegotiate them where necessary. Here the concept of self-organised solidarity is used more consistently, albeit with the disadvantage that small groups might have to be called back several times if their contributions have turned out to be too low in total.

An alternative may be to carry out the offer round for the entire association over the Internet instead of in personal meetings. The individual members would then make an “offer” via the software. As soon as everyone has made an offer, they learn whether the total amount is too little, enough, or too much, and can then modify their offer upwards or downwards – and this continues until there is enough. Just as with the other processes, the individual contributions (offers) can remain confidential. People only need to know that the overall total is enough, but not how much other people are contributing.

A relatively innovative element in our concept is the idea of income-dependent guideline values. It is still an open question as to whether this idea conflicts with the low barrier to entry that we are striving for, since everyone would need to disclose their income. It doesn’t necessarily have to be public, but it would have to be disclosed to a trustworthy group of people in the association who calculate the individual guidelines from this data and then delete it. It remains to be seen whether this would still deter people. It’s conceivable that the income won’t be asked for exactly but rather in five or ten tiers.

Or the association could dispense entirely with asking people their income and use income-independent guidelines instead. The contributors could then adapt the suggestion at their own discretion: people who have more, give more; people who have less, give less. Admittedly the differences between individual contributions emerging from this method would probably be much smaller than if the real income differences were used as the basis of the guidelines.

In order to achieve a fairer approximation of the paid contributions to the real income differences, the association could, while still not asking people for their income levels directly, supply some advice for estimating their contribution: “The average income in our region is XY. If your income is double/half of this, could you perhaps contribute double/half as much?”

A further open point is whether other duties can be expected of people alongside participation in the offer rounds. Above this was rejected: “unpaid engagement is welcome …, but it’s entirely voluntary rather than mandatory ”. There are, however, CSAs that oblige their members to make a certain amount of labour contributions. How does that fit in – do such projects absolutely need to change their practice in order to become part of an association?

The idea of labour assignments in individual projects is problematic because it doesn’t “scale” very well (amongst other reasons). If I benefit from the products of a dozen projects, I cannot make separate labour contributions to every one of these projects without hopelessly overburdening myself and probably losing interest in the whole thing. Clearly such compulsory assignments have to remain the exception and not the rule. In principle it would nevertheless be possible for the association to agree that its members have to actively participate in one or two of the member projects instead of just contributing financially. But it would still be up to individuals to decide exactly which projects and activities they would engage in.

Such rules are conceivable, but ultimately we have to wonder whether an encouragement to participate (“we would be pleased if…”) wouldn’t actually be more pleasant and perhaps also more motivating than a mandatory regulation (“as members you must…”). It’s also possible that any necessary tasks that aren’t undertaken by paid workers could also be divided up via offer rounds: nobody is personally obliged to take on particular tasks, but collectively all of the tasks have to have somebody who will carry them out.

With some communes, the whole wealth of the participants is collectivised (that is, transferred to the commune), at least gradually. With some recent communes the rule is that ten percent of your personal assets has to be collectivised/redistributed each year. Whoever has been there for more than ten years and then leaves the commune, takes away only the average of all the wealth that was paid in (in the simplest case). Alternatively there can be fairer solutions based more on need (exit contracts), but this takes a lot more discussion to organise.

For a commons association, this kind of collectivisation would probably not be practical. This is because most participants in the initial stages are using the association as just one source of support – they get some of their goods from the pool, and they continue to buy the rest of them from the market. It is conceivable, however, that some housing co-ops that belong to the association could carry out this sort of wealth collectivisation, and then also organise a communal fund for anything that doesn’t come from the association.

We have set up a mailing list for the discussion of commons associations and for coordination of steps towards their practical realisation.

Related Concepts

  • The Catalan Integral Cooperative (CIC) is a Catalan cooperative that aims for a comprehensive provision of services for its members.
  • Time banks and LETS schemes are a simple approach to the organisation of a communal solidarity-based economy; however, they are based more on individual calculations than on collective cooperation and solidarity. We do not advocate their practice of individual “billing” (where the contributions I make are balanced against what I consume: without sufficient contributions of my own, I can’t consume/use anything). Still, the similarities and differences should be borne in mind.
  • In the Keimform blog last year, Martin Siefkes suggested the concept of “Peer Networks” (see Eine Idee für den Übergang and 10 Prinzipien des Übergangs [DE]), which anticipate some of the core ideas of the commons association idea presented here, though there are many differences in the details.
From: keimform.deBy: Christian SiefkesComments

Demonetize: Geld ist das Problem!

[via] Auf dem Degrowth-Portal gibt es eine interessante Serie von Beiträgen unter dem dem Titel »Degrowth in Bewegung(en)«. Vertreter_innen aus 32 sozialen Bewegungen wurden zu Beiträgen eingeladen. Die Initiator_innen schreiben: Degrowth ist nicht nur ein neues Label für eine Diskussion … Continue reading
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Gesellschaftliche Vermittlung jenseits von Geld und Tausch

Am 30.6. und 1.7.2016 fand der erste große Workshop im Projekt »Gesellschaft nach dem Geld« statt. Sehr spannend! Mein Beitrag widmet sich sehr grundsätzlich der Frage, ob und wie eine Vergesellschaftung ohne Geld möglich ist. Hier erstmals als Video-Slidecast mein Vortrag (Folien: PDF, ODP):

From: keimform.deBy: Stefan MeretzComments

Demonetize: Anregungen und Ausblick

demonetize[Bisher erschienen: Einleitung, Teil 1, Teil 2, Teil 3]

4. Welche gegenseitigen Anregungen gibt es?

Postwachstum durch Demonetarisierung schärfen

Wir schlagen vor, den Diskurs zu Postwachstum durch die Demonetarisierungs-Brille zu schärfen und seine Hauptbotschaft und die Art der Fragestellungen zu vertiefen. Im Unterschied zu Debatten um Lebensstile, ethischen Konsum und Investment und zu Forderungen, die auf politische Regulierungen oder die Macht individueller oder kleinteiliger Verhaltensänderungen (im Sinn von Verzicht oder Suffizienz) vertrauen, würde Demonetarisierung woanders ansetzen: nämlich bei den Bedingungen und Triebkräften schädlichen ökonomischen Wachstums, insoweit sie mit Geld, Tausch und Wert einhergehen. Darüber hinaus könnte sie Postwachstumsdebatten durch ihren Reichtum an utopischen Modellen inspirieren.

Umgekehrt kann Postwachstum die Debatten und Initiativen um Demonetarisierung dazu anregen, sich verstärkt der ökologischen Frage zu widmen.

5. Ausblick: Raum für Anregungen, Visionen und Wünsche

Eine vereinte antikapitalistische Bewegung?

Eine praktisch orientierte Bewegung für soziale Transformation könnte die Schaffung von neuen demonetarisierten Räumen innerhalb der kapitalistischen Ökonomie unterstützen. Als Beispiel wird häufig die Freie beziehungsweise Open-Source-Software genannt, zusammen mit verschiedenen anderen Peer-to-Peer-Technologien, die Wissen und kreatives Arbeiten ins Außen der Marktwirtschaft verlagern. Freie Content-Lizenzen schützen diese (jedenfalls in der Theorie) vor Kommodifizierung, also davor, schließlich doch als Waren auf den Markt zu gelangen. Verschiedene Projekte der solidarischen Ökonomie lassen sich ebenso anführen: zum Beispiel gemeinschaftsbasierte Landwirtschaft, die Verteilung von Nahrungsmittelüberschüssen, Wohngenossenschaften. Allerdings existieren all diese Initiativen bislang isoliert voneinander. So bezieht sich etwa die Open-Source-Bewegung nicht auf antikapitalistische Positionen – ganz zu schweigen von der Demonetarisierung –, obgleich sie als ein Beispiel dafür gilt, wie geldfreies Wirtschaften funktionieren kann.

Für einen grundlegenden sozialen Wandel wäre es vonnöten, diese Projekte miteinander zu verbinden. Um eine ernsthafte antikapitalistische Strömung zu entwickeln, würde die Kooperation eine schrittweise Demonetarisierung der Aktivitäten erfordern, um sie dem Markt vollständig zu entziehen. Beispielsweise können freie Software und Content-Lizenzen dazu verwendet werden, die Kommerzialisierung von Software und digitalen Medien zu verhindern, wodurch digitale Commons erzeugt würden. Es bleibt bislang noch eher unklar, wie ein ähnlicher Prozess in der physischen Welt vorangetrieben werden kann, um etwa Commons hinsichtlich Land und Wohnraum zu schaffen.

Mit ihrer Kritik an Geld und Tausch ist Demonetarisierung notwendigerweise antikapitalistisch – und in der Tat sind deren theoretischer Hintergrund und deren Befürworter_innen zu großen Teilen im Marxismus und im Anarchismus verwurzelt. Im 21. Jahrhundert, der globalen ökonomischen Krise zum Trotz, ist die traditionelle Arbeiter_innenbewegung erstaunlich schwach, zumindest in den westlichen Gesellschaften. Damit sind wir denkbar weit entfernt von den Visionen einer internationalen und inklusiven Arbeitendenbewegung, die dazu fähig wäre, sich global und koordiniert gegen die kapitalistische Ordnung in ihrer globalisierten Form der Marktwirtschaft zu erheben. Angesichts der Vielfalt an Ansätzen und Perspektiven bleibt offen, ob eine vereinte antikapitalistische Bewegung wiederkehren wird.

From: keimform.deBy: Stefan MeretzComments

Demonetize: Das Verhältnis zu Degrowth

demonetize[Bisher erschienen: Einleitung, Teil 1, Teil 2]

3. Wie ist das Verhältnis zwischen Demonetarisierung und Degrowth?

Gemeinsame Kritikpunkte und Praktiken – solidarische Ökonomien, Commons und Subsistenzökonomie

In der Debatte um Postwachstum betont Demonetarisierung die Rolle von Geld, Tausch und Wert dafür, ökonomisches Wachstum zu ermöglichen, anzutreiben und zu erzwingen – eine Dynamik, die mit steigendem Ressourcenverbrauch und vielen (anderen) sozialen und ökologischen Problemen verbunden ist. Auch im Rahmen sozialer Praktiken, die sich auf Postwachstum beziehen, wird diese Rolle zum Thema gemacht. Hier deutet sich also die Möglichkeit wechselseitiger Anregungen und gegenseitiger Stärkung in Hinblick auf die Zielperspektiven beider Ansätze an.

Demonetarisierung unterscheidet sich fundamental von dem nur auf den ersten Blick ähnlichen Ansatz, der sich um das Problem Zins dreht. Die Zinskritik, die zuerst und am prominentesten von Pierre Joseph Proudhon und Silvio Gesell formuliert worden ist, verortet das Kernproblem der monetarisierten Ökonomie nicht in Geld, Tausch und Wert als solchen, sondern vielmehr im Zins, der auf private Kredite oder öffentlich geschaffenes Geld zu bezahlen ist. In dieser Sichtweise gilt nicht die Konkurrenz als solche als Problem, sondern Krisen, die dadurch verursacht werden, dass Zinsen nicht bezahlt werden können; damit weist diese Perspektive Überschneidungen mit liberalen und neoliberalen Vorstellungen von Ökonomie und Gesellschaft auf. Ziel ist dann eine Marktwirtschaft ohne Zins. Hier besteht also ein grundlegender Unterschied zu den Visionen der Demonetarisierung. In Debatten um Postwachstum wird von einigen der Zins auf Kredite als Grundproblem identifiziert und für eine Abschaffung des Zinses plädiert (wobei diese Position auch in der Degrowth-Bewegung sehr umstritten ist). Demonetarisierung argumentiert, dies greife zu kurz und garantiere keine Postwachstumsökonomie.

Drei Bewegungen mit Anbindung an Postwachstum sind für die Perspektive der Demonetarisierung besonders relevant: solidarische Ökonomien, Commons und Subsistenzökonomien. Diese Begriffe bezeichnen nicht notwendigerweise verschiedene soziale Praktiken, sondern beziehen sich vielmehr auf bestimmte theoretische Diskurse, politische Rahmungen und organisationale Ansätze. Die Vielfalt an analytischen, strategischen und visionären Herangehensweisen erleichtert Bündnisse mit anderen sozialen Bewegungen und theoretischen Strömungen, zieht aber auch die Gefahr nach sich, dass das Hauptziel der Demonetarisierung in den Hintergrund rückt. Die enge und klare Zieldefinition verleiht der Demonetarisierung andererseits durchaus klare Umrisse und dürfte die Kooptierung durch Akteur_innen erschweren, die einem emanzipatorischen sozialen Wandel entgegenstehen. Während die Bündnisbildung eine Stärke von Postwachstum darzustellen scheint, kann Demonetarisierung an die Notwendigkeit eines tiefgreifenden sozialen Wandels erinnern und daran, dass es möglich ist, damit hier und jetzt zu beginnen.

From: keimform.deBy: Stefan MeretzComments

Demonetarisierung: Geld ist das problem!

The Degrowth in Action project of the forthcoming 5th International Degrowth Conference recently posted a 10-page essay in German on the problems with money, written by a small team associated with the Demonetize it! e-discussion group. It should appear soon in English — and ultimately in print — as one of a collection of contributions from various activist groups, campaigns and movements that support degrowth. This collection is an opportunity to read activists’ thoughts, arguments and positions in their own words. Meanwhile, see here:

Exner, Andreas, Justin Morgan, Franz Nahrada, Anitra Nelson and Christian Siefkes. 2016. ‘10. Demonetariserung: Geld ist das Problem!’ Posted 12 July at http://www.degrowth.de/de/dib