nk und die Rettung der Welt

Versuch einer poststrukturalistischen Polemik
– ein Appell –

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"

PROLOG: In den Wald hinein rufen

Ich habe noch nie erlebt, dass es so aus einem Wald herausschallte wie ich hineinrief. Für gewöhnlich kommt aus dem Wald immer dasselbe zu Brei gemischte Brummen. Also gilt das zugrunde liegende Sprichwort[1] nur, wenn es als Imperativ angewendet wird: Rufe so (und nur so) in den Wald, wie es ohnehin schon herausschalllt.

Jetzt will ich zwei ein bisschen widersprüchliche Dinge behaupten: Erstens ist es dann ziemlich ungefährlich, also irgendwie egal, anders zu rufen (es kommt ja doch im Mittel das Mittel heraus); und zweitens ist es ziemlich wichtig, individuell abzuweichen, bestenfalls: wenn Alle anders rufen.

Den Wald fand ich als Kind übrigens gar nicht immer schön: Monokulturen von geradstämmigen Kiefern, aus denen schon aufgrund dem der Pflanzung zugrunde liegenden, quadratischen Punktraster nur ganz bestimmte Brummgeräusche zurückkommen konnten. Es wird also auch ein bisschen darum gehen, wie der Wald überhaupt so aussieht.

PRÄAMBEL die Weißheit mit Löffeln…

Der Text ist als Polemik gemeint. Also werde ich die ganze Zeit mit großen Worten um mich schmeißen (Herrschaft, Gesellschaft, Welt, Kapitalismus, . . .) ohne sie irgendwie zu definieren. Darüber hinaus ist es nur ein sehr kleiner Blick und als Beispiel kommt so richtig nur Kapitalismus als Herrschaftsstruktur vor. Das ist eigentlich viel zu verkürzt und lässt die Verwobenheit verschiedener Herrschaftsmomente ziemlich außer Acht. Ich selbst bin männlich, weiß, aus wohlhabenden Verhältnissen, wohne in Gebieten mit guter Netzabdeckung und schreibe alles in allem aus einer Perspektive, in der der Fokus auf dem Identifizieren und Abgeben von Privilegien liegt.

Ich weiß nicht, ob die Argumentation gut ist und möchte sie gerne diskutieren.

EINLEITUNG vom Richtigen im Falschen[2]

Warum und was überhaupt: die Welt retten? Nun ja, sie ist schlecht, jedenfalls könnte sie besser sein. Und zwar vor allem dort, wo Herrschaftsstrukturen irgendwelcher Arten dominant sind. Bei der Rettung der Welt geht es (mir) also vor allem darum: das Bekämpfen oder Überflüssigmachen solcher.

In diesem Text geht es um meinen Masterplan, wie das anzustellen ist. In Kürze alles vorweg, nämlich so: Es kann keinen Masterplan geben. Es kann keine Insel vorweggenommener Richtigkeit in dieser Falschheit geben (da halte ich es mit Adorno). Vielmehr gilt es, immer und immer wachsam zu bleiben für die Wege, auf denen Herrschaft sichtbar wird und da einzugreifen, wo sie (re)produziert wird. In nicht-geradliniger Bewegung, durch vieles Anderssein und enthaltene kommunikative Akte kann Welt so immer besser werden; jedenfalls nenne ich das so. Der ganze Rest dieses Textes dreht sich nur noch um einen, wie ich glaube, sehr zentralen Aspekt von Herrschaft: deren Reproduktion durch Normalität und deren Performance[3] beziehungsweise Sichtbarkeit.

Ich will speziell aus dieser Sicht versuchen, nk-Projekte als konkrete Handlungsstrategie zur Bekämpfung von Herrschaftsstrukturen darzustellen.

Ich will speziell aus dieser Sicht versuchen, nk-Projekte als konkrete Handlungsstrategie zur Bekämpfung von Herrschaftsstrukturen darzustellen. Damit will ich Fragen nach der politischen Relevanz von nk-Projekten begegnen und dafür werben, sie als einen Weg anzusehen.

ERSTER TEIL Smartphone

Neulich erzählte mir ein Freund von einem Smartphone, das er geschenkt bekommen könne. Keine Nachteile. Er habe ohnehin einen Handyvertrag mit enthaltenem Datenvolumen, sodass auch während der Nutzung keine Kosten anfielen. Knorzig, alt und konservativ kam ich mir vor, als ich mich bei meiner Skepsis ertappte: Tu‘s nicht (er tat‘s natürlich dennoch).

Tage später, als ich eine Freundin fragte, was ich tun müsse, um eine Nachricht von ihrem Smartphone zu schreiben, hatte ich zum Glück schon nachgedacht. Ihren spontanen Ausruf: „Ach Opi, gib schon her, was soll ich schreiben?“ konnte ich jetzt einordnen.

Das ungute Gefühl, das sich in mir beim Anblick all dieser Smartphone-wischenden Menschen ausbreitet, kann ich jetzt erklären. Und zwar: Diese kleinen Technikmonster reproduzieren Herrschaftsstrukturen! Deren allgegenwärtige Nutzung ist Teil einer bestimmten Performance. Durch diese Sichtbarkeit wird eine Normalität konstruiert, die bestimmte Herrschaftsstrukturen reproduziert.

Und zwar: Diese kleinen Technikmonster reproduzieren Herrschaftsstrukturen!

Mensch, wie ich diese Muster satt habe! Jahre zuvor waren es die Handys, deren Massenverbreitung ich irgendwie eher zufällig verpasst hatte. Und auf einmal sah ich mich einer veränderten Kommunikationskultur gegenüber. Natürlich kam ich mir ausgeschlossen vor: Denn das hatte mich ja keinmensch gefragt! Diese Formen kollektiv akzeptierten Verhaltens waren einfach plötzlich da; schlimmer noch, sah ich das zunächst gar nicht als Problem, weil es ja doch immer nur ganz nachvollziehbare vermeintlich persönlich-individuelle Bedürfnisse gab. Nach Erreichbarkeit und so. Und natürlich hab ich jetzt auch eins, und benutze es, und bin sichtbar damit und ja, konstruiere mit an dem, was längst Normalität geworden ist. Gehst du etwa nicht mit der Zeit? Als Teil der herrschenden Norm spreche ich jedes Mal im Namen des Kapitalismus, wenn ich mein Klapphandy aufklappe: „Konsumiere auch du!“.

Ich will an dieser Stelle nicht auch noch über Herstellungsbedingungen und Ausbeutungsverhältnisse im Zusammenhang von Hightech-Produkten klagen. Klar, der Kapitalismus wird sich seine Wohlstandsgefälle immer wieder neu organisieren, um Bedürfnisse zu erfinden, die er dann zu befriedigen weiß. Und dann kommen bestimmt wieder moralische Gründe in Mode. Zum Beispiel der, jetzt nur noch die viel teureren (und damit neue Ausschlüsse hervorrufenden) „fairen“ Telefone zu kaufen, die, wenn sie fair wären, denen, die sie produzieren, ermöglichen würden, selbst welche zu benutzen. Das ist natürlich nicht so. Mein Punkt ist an dieser Stelle auch nicht so sehr, linke Technikverliebtheit für die digitale Weltrevolution zu kritisieren.

Nein, ich rege mich einfach auf, wie verdammt schnell diese vermeintlich kleinen Schritte Normalität konstruieren…

Nein, ich rege mich einfach auf, wie verdammt schnell diese vermeintlich kleinen Schritte Normalität konstruieren und dabei normativ, also herrschaftsförmig, auf gesellschaftliche Strukturen wirken. Und auf die Individuen natürlich, die dann sehr echte Bedürfnisse nach Vernetzung und Up-to-date-sein befriedigen wollen. Nun mögen die individuellen Bedürfnisse unangetastet echt sein[4] – aber dahinter steckt doch ein komplexes Herrschaftssystem mit kapitalistischer Wertschöpfungslogik, neokolonialer Ausbeutung, klassistischer Konstruktion von Differenz[5], patriarchaler Setzung von relevanten Themen, und so weiter[6] . . . !

Die beiden Anekdoten eingangs dieses Abschnitts sollen dabei zweierlei zeigen. Zum einen sind die kapitalistischen Wertmaßstäbe offenbar so normativ, dass sie zunächst als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen (wenn mir keine Kosten entstehen, gibt es keine Nachteile). Zum anderen konstruiert die Art, wie über Dinge gesprochen wird, normative Strukturen, wenn zum Beispiel das Attribut „alt“ mit dem Nichtbenutzenkönnen von Smartphones verknüpft wird. Die so konstruierten Strukturen entfalten dann wiederum neue Bewertungskategorien. Es geht hier also insbesondere nicht um Smartphones als etwas Schlechtes. Vielmehr können sie in bestimmten sozialen Umfeldern genau umgekehrt wirken, indem soziale Zugehörigkeit durch so etwas wie sichtbar gemachten (vermeintlichen) „Verzicht“ konstruiert wird. Genau dadurch könnte, sagen wir, eine bildungsbürgerliche Elite eine so konstruierte geistige Überlegenheit zur Schau stellen und damit Herrschaft reproduzieren.

MESOLOG Kühe können schwimmen[7]

Mal gesellschaftlich gesehen: Selbst wenn ein guter „Mittelweg“ wünschenswert sein sollte, also ein bestimmtes Brummen im Wald, ist noch nichts über die individuelle Abweichung davon gesagt. Ein im Mittel 50cm tiefer Teich kann überall 50cm tief sein oder sehr flache und sehr tiefe Stellen aufweisen. Für die enthaltene Wassermenge ist das egal (und für die Überlebenschancen der dorthin geschickten Kühe auch; die können nämlich schwimmen). Wenn alle irgendwie rufen, wird schon das mittlere Brummen herauskommen.

Woher kommt dann dieser Drang zum Einheitlichen? Warum so zurückrufen, wie es ohnehin aus dem Wald hinausschallt? Ist es einfach der geringste Aufwand immer das „Normale“ zu tun — einfach, weil die ganze gesellschaftliche Infrastruktur darauf ausgerichtet ist? Woher „weiß“ mensch überhaupt jeweils, was das „Normale“ ist? Anscheinend gibt es da so eine gesellschaftliche Erzählung vom Guten oder Alternativlosen, aus der die ganzen (naheliegensten) Bewertungskategorien stammen. Ich empfinde das auf eine Weise als ermutigend: Das Scheitern eines Andersverhaltens bedeutet eben deshalb noch nicht dessen Falschsein.

Die Sichtbarkeit eines Andersverhaltens bleibt wohl meistens zunächst mal im Kleinräumigen. Aber ist das schlimm? Ist es nicht vielmehr gar notwendig, weil ein großer Wirkungskreis des eigenen Handelns ja immer auch ferner von denen, die es wahrnehmen, ist? Je ferner aber, umso mehr scheint mir ein inhaltliches Andocken an vieles, was allgemein verstanden, was selbstverständlich, also „normal“ ist, nötig. Umgekehrt ist demnach Nähe nötig, um Raum für die Auseinandersetzungen, Diskussionen und Entwicklungen zu haben, die ein starkes Abweichen vom „Normalen“ braucht, um in seiner Andersartigkeit sichtbar zu werden.

Das soll Mut machen: Messt euren Erfolg nicht daran, wie viele Followers ihr habt!

Das soll Mut machen: Messt euren Erfolg nicht daran, wie viele Followers ihr habt! Je größer der Anspruch, viele Menschen zu „erreichen“, umso weniger tiefgreifend wird die Herrschaftskritik. Als Individuum selbst durchzogen von immer wieder vorgelebten und lange antrainierten normativen Mustern, ist es ja schon eine gewaltige Aufgabe, das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen; ja, nur schon dem Selbst gegenüber eine andere Sichtbarkeit zu leben!

Fazit: Es spricht also nichts dagegen, anders zu rufen: Von der Norm abzuweichen. Aber es ist schwer. Und es ist wichtig, viel Abweichlerei zu ertragen; ach, zu betreiben! Um sichtbar nicht herrschenden Normen zu entsprechen. Das ist also auch ein Loblied auf das Öffentliche.

ZWEITER TEIL nk

Ich habe das mit den Smartphones so ausgebreitet, weil ich das Gefühl habe, davon etwas für die eigene widerständige Praxis lernen zu können. Denn das, was die Smartphones können, kann ich auch! Ich vertrete die These, dass die vermeintlich kleine Entscheidung für die (öffentliche) Benutzung eines Smartphones Auswirkungen auf diese Öffentlichkeit hat. Was jene an Sichtbarkeit bezüglich einer kapitalistischen Normalität schaffen, muss doch eine nk-Praxis bezüglich des Gegenteils ebenso können, oder? Darum finde ich es wichtig, eine Kritik an Herrschaftsverhältnissen zu verknüpfen mit einer Praxis. Nicht etwa, um einen Machbarkeitsbeweis anzutreten; nicht um Richtiges im Falschen zu erschaffen; nein, vor allem um trotz all der möglichen Widersprüchlichkeit sichtbar zu sein.

Soweit mein Argument. Ich will es noch ein wenig illustrieren mit ein paar Thesen zu nk. Oder konkret: Warum ist nk eine Praxis, die Welt zu retten?

  1. nk verändert uns und unsere Art zu denken.
  2. nk schafft konkrete Strukturen, die vorbei an herrschender Geldlogik gehen, ja sogar Strukturen, die kollektiv aushandelbar sind und beitragen zu der Möglichkeit, ohne Selbstvermarktung existieren zu können.
  3. nk irritiert, und trägt damit bei zur Sichtbarkeit der Nicht-Allgemeingültigkeit kapitalistischer Logik; oder pointierter: nk führt sie vor, diese herrschende Logik, wenn wir tun, was jene eigentlich verbietet: Produkte ohne Wert[8] schaffen.
  4. nk schafft explizit Raum, um Herrschaftsverhältnisse zu reflektieren (sie also schon mal nicht oder nicht immer als Normalität voraussetzt).
  5. nk schafft Raum, um strukturellen Privilegien entgegenzuwirken. Das soll klein klingen: Natürlich ist der Zugang zu einer nk-Praxis und -Theorie geprägt von Privilegierung9. Idealerweise verstärkt sie solche aber nicht, sondern schafft Strukturen, sie zumindest punktuell eher abzubauen.

EPILOG immer wieder 180 grad

Wir können aus dem Hier und Jetzt heraus einzelne normative Elemente herausgreifen, ihnen eine andere Sichtbarkeit entgegensetzen und damit Herrschaft dekonstruieren. Aber die Strukturen, die wir da schaffen, bergen selbst immer wieder die Gefahr, normativ zu werden, wenn sie das kleinräumige Milieu verlassen, in dem wir sie entstehen lassen. Sei es, weil wir selbst viel zu wenig wissen und selbst als Subjekte dieser herrschaftsförmigen Welt viel zu durchzogen sind von deren Kategorien, um jemals ein fertiges herrschaftsfreies System auch nur zu erdenken. Sei es, weil wir aus unseren verschiedenen privilegierten Positionen heraus bestimmte Sicht- und Handlungsweisen in Bezug auf unsere Vorstellungen nicht kennen (können). Sei es, weil herrschende Strukturen sehr anpassungsfähig sein können und auch unsere Strukturen vereinnahmen könnten10. Deshalb können wir dennoch anfangen, die kleinen Schritte zu gehen! Wir dürfen nur nicht aufhören, immer wieder neu zu hinterfragen, das Anderssein als solches nicht aufzugeben, um flexibel zu bleiben.

Das, was Herrschaft konkret ausmacht, kann sich ständig ändern. Strukturen, die wir heute schaffen, wollen wir morgen vielleicht schon bekämpfen. In diesem Sinne: Widersprüche aushalten!

FUSSNOTE

Die genannten Personen und Dialoge sind frei erfunden.

Die ganze Zitiererei soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich nicht viel Ahnung von den Theorien habe, auf die ich da vermeintlich referiere. Es ist eher ein Spagat — zwischen bloßer Polemik und dem Wunsch, doch auch inhaltlich angreifbar zu sein.

Fußnoten

  • 1. nach dem Sprichwort: „Es schallt so aus dem Wald heraus, wie du hineinrufst“
  • 2. Die Formulierung bezieht sich auf Adornos berühmtes Zitat: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ in Theodor W. Adorno: Minima Moralia (Gesammelte Schriften 4, Frankfurt/M. 1997, Seite 43).
  • 3. Mit Performance meine ich hier das Ausführen von Sprechakten oder auch das Aufführen von Handlungen durch ein Subjekt (wie im Theater); solche Perfomances können dabei selbst als Akte der Verkörperung gesehen werden, das heißt durch sie wird Welt konstruiert. Als sprachtheoretischer Begriff geht er auf John L.
    Austin
    zurück, der als ‚performative Äußerungen‘ Sprechakte bezeichnete, die nicht nur beschreiben, sondern die Welt durch ihr Geäußertsein verändern. Mitunter wird der Begriff ‚Performativität‘ in Abgrenzung dazu verwendet, um insbesondere auch das äußernde beziehungsweise handelnde Subjekt selbst als Teil der durch die Handlung konstruierten Welt zu verstehen.
    Vgl. etwa

    • John L. Austin: Zur Theorie der Sprechakte (How to do things with Words). Reclam, Stuttgart 1972
    • Jacques Derrida: Signatur Ereignis Kontext, in: Engelmann, Peter (Hg.): Randgänge der Philosophie, Wien 1988
    • Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003
  • 4. Zu kritischen Perspektiven auf Bedürfnisse siehe auch <Bedürfnisse statt Waren – geht das so einfach?
  • 5. Es geht mir hier um das Schaffen von Zugehörigkeitscodes, wie zum Beispiel das Nutzen von Smartphones, oder auch das bewusste Nicht-Nutzen, wodurch sich einzelne Schichten der Gesellschaft zunächst konstruieren und dann voneinander abgrenzen. Solche Konstruktion von Differenz ist für den Kapitalismus wichtig, um zwischen arm und reich, Ausgebeuteten und Profiteuren, zu unterscheiden.
  • 6. Es würde zu weit gehen, die genannten Herrschaftsstrukturen einzeln zu erklären und in Beziehung zu setzen, geschweige denn weitere zu nennen. Sie sollen hier mehr als Beispiele von durch Normalität reproduzierten und verflochtenen Herrschaftsstrukturen dienen.
  • 7. „Die Kuh ist ertrunken, obwohl der Teich im Durchschnitt nur einen halben Meter tief ist“, so oder so ähnlich wird manchmal, z.B. im Mathematikunterricht, auf das Besondere an dem Konzept „Durchschnitt“ beziehungsweise „Mittelwert“ hingewiesen. Der Satz soll klar machen, dass der Teich trotzdem sehr tiefe Stellen haben kann.
  • 8. Mit Karl Marx könnte mensch unterscheiden zwischen Gebrauchswert und (Tausch)wert einer Sache. Gemeint ist hier im engeren Sinne letzterer, der eine Sache zu einer handelbaren Ware auf einem Markt macht. Im Kontext von performativer Konstruktion stellt sich aber die Frage, ob diese wirtschaftstheoretische Unterscheidung der gesellschaftlichen Wirklichkeit entspricht, in der es geradezu „normal“ ist, Tauschwert und Gebrauchswert zu verwechseln. Genau diese fehlende Differenzierung im (kapitalistischen) Alltag verursacht vielleicht gerade die Irritation, die unsere tauschwertfreien Produkte hervorrufen.
  • 9 . Zu Privilegien und Ausschlüssen siehe auch Einschluss statt Ausschluss? – Diskriminierungssensible Zusammenarbeit jenseits von Öffnungsprozessen
  • 10. Zu Vereinnahmung von Nk-Projekten siehe auch Unsere NK-Projekte sind die Keimform einer utopischen Gesellschaft – sind sie das?
Autor*innenbeschreibung:

Mafalda mag Widersprüche, manchmal aushalten, lebt auf einem Wagenplatz in Marburg, strickt, schraubt, lernt, gemüseanbaut, backt und anderes gerne, redet manchmal viel und manchmal wenig, und ist Teil des nichtkommerziellen Ackerkollektiv Wurzeltrotz

From: keimform.deBy: ich-tausch-nicht-mehrComments

Nilmini and Steve

Nilmini and Steve have been looking — and working — at creating alternatives that address our massive environmental and social challenges. I met them in October at a NSW Greens conference where I was talking on a Future Economy panel about a non-monetary future. They have just posted a summary of a discussion we had when they visited the town I live in, Castlemaine (Central Victoria, Australia) — known for its artistic and sustainability achievements. Change ... come she will.

Ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück

Theorie & Praxis von nicht-kommerziellen Projekten

Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"

Im September 2015 ist die umfangreiche Broschüre ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“ erschienen. In den nächsten Wochen werden auf Keimform.de nach und nach einzelne Artikel aus der Broschüre vor- und zur Diskussion gestellt.

Vorab:

Editorial

Unter dem Label nichtkommerziell finden seit 2005 verschiedenste soziale und ökonomische Experimente statt, deren Gemeinsamkeit darin liegt, dass sie versuchen Geben und Nehmen zu entkoppeln. Diese Broschüre ist nun der Versuch diesen Projekten eine Plattform zu geben.

Auf dem Karlshof im nördlichen Brandenburg, begann 2005 eine kleine Gruppe mit dem Anbau von Kartoffeln. Später kam noch vieles weitere hinzu, z.B. Getreide um damit Brot zu backen oder Lupinen für das Rösten eines Getreidekaffees. Das Besondere an diesem Projekt war das konsequente Entkoppeln von Geben und Nehmen.

Die Kartoffeln und anderen Produkte wurden nicht verkauft und auch nicht anderweitig vertauscht. Sie wurden ohne irgendeine Gegenleistung einfach abgegeben.

Gleichzeitig war die Gruppe natürlich auf Unterstützung angewiesen. Menschen spendeten Geld, liehen oder schenkten notwendige Maschinen oder halfen z.B. bei der Kartoffelernte. Aber ein Anrecht auf die Kartoffeln war mit diesen Hilfeleistungen nicht verbunden. Ganz bewusst wurde so das omnipräsente Tauschprinzip außen vor gelassen. Eine Produktion jenseits des Kapitalismus sollte so ausprobiert und propagiert werden.

Viele Menschen kamen mit diesem Projekt auf dem Karlshof in Berührung und Einige ließen sich davon zu eigenen Experimenten inspirieren. So gibt es inzwischen ein kleines Netzwerk von „nichtkommerziellen“ Projekten, die alle versuchen praktische Erfahrungen mit diesem Ansatz zu machen und damit vielleicht einen kleinen Beitrag zur Überwindung des Kapitalismus zu leisten.

Es sind Experimente, die ausprobieren was passiert, wenn wir gemeinsam tief eingebrannte Glaubenssätze hinter uns lassen, wie beispielsweise: Menschen sind nur dann produktiv, wenn sie die Not dazu zwingt, oder sie sich einen Vorteil davon versprechen. Oder: Was passiert,wenn wir produzieren, weil es das Bedürfnis danach gibt, wenn genommen werden kann, weil es den Bedarf gibt.

Das hört sich jetzt alles vielleicht gar nicht so verrückt an wie es ist.

Bestimmt sind die Meisten in Freundschaften mit ähnlichen Verhältnissen ausgestattet. Nach einem gemeinsamen Essen wird nicht darauf geachtet, ob alle gleichviel beigetragen und gezahlt haben. Nicht-Kommerzialität versucht dieses im Privaten erlebte Verhältnis auf eine größere gesellschaftliche Ebene zu übertragen.

Das dabei so einiges Spannendes passiert, davon will diese Broschüre berichten. Das kleine Redaktionsgrüppchen und die allermeisten AutorInnen der Texte in dieser Broschüre sind schon seit einigen Jahren in diesen Kontexten und Gruppen aktiv. Ende 2013 haben wir uns zusammengetan, um einer größeren Öffentlichkeit von unseren Prozessen zu berichten und unsere Projekte und unseren Ansatz zur Diskussion zu stellen, denn neben vielen bestärkenden Erkenntnissen haben wir auch eine Menge Fragezeichen und Kritik an unseren Praxen.

Wir haben die Broschüre in Themen gegliedert, die alle auf die ein oder andere Weise bedeutend sind für nichtkommerzielle Versuche:

Wenn mensch von Nicht-Kommerzialität das erste mal hört, werden oft viele ungläubige Fragen gestellt: Wie, ihr verschenkt das einfach? Aber wie finanziert ihr das dann? Werdet ihr dann nicht nur ausgenutzt? Und wovon lebt ihr dann?…Um gerade auf solche Reaktionen, die ja sicherlich auch viele unserer Widersprüche zu den uns sonst umgebenden Verhältnissen ausdrücken, zu antworten, gibt es über die Broschüre verteilt vier Teile mit häufig gestellten Fragen, die jeweils kurze Antworten – und Weiterlese-Hinweise enthalten.

So unterschiedlich wie die Motivationen, die mensch zu solchen Experimenten veranlassen, so verschieden sind auch die Verständnisse davon, was „NK“ eigentlich genau bedeutet.

Um diesen Begriff doch noch besser zu fassen, beginnt die Broschüre mit dem Kapitel …und was ist denn jetzt eigentlich genau NK ?

Der Text Nichtkommerzielles Wirtschaften – Vorschlag für einen Wikipedia-Eintrag versucht sich dem Begriff von unterschiedlichen Seiten zu nähern. Im Beitrag Begriffe wird sich auf die Suche nach treffenderen Namen gemacht, da die Bezeichnung „nicht-kommerziell“ ja offenkundig ein wenig schwammig und unverständlich ist.

Mit der Frage, wie denn Leute überhaupt auf die Idee kommen so etwas zu machen beschäftigt sich das Kapitel Veränderungspotential / Sinn und Unsinn von NK. Unterschiedliche Autor*innen berichten über ihre Hintergründe, diskutieren über den Charakter der Projekte, oder konfrontieren die Praxis mit Kommentaren aus China.

Dass sich nicht nur für neu auf die „NK“ Treffende Fragen aufwerfen, sondern auch aus der Praxis heraus, davon handelt unter anderem der Text Zur gesellschaftlichen Wirkung von NK-Projekten. Die Frage ob denn „NK“- Geschichten eigentlich nur eine Form von Charity sind findet in dem Zwiegespräch „Zwei machen sich Gedanken…“ Ein Gespräch über NK & Charity eine Annäherung.

Neben der persönlichen Motivation der Teilnehmenden gibt es freilich auch noch eine gesellschaftliche Ebene. Im Abschnitt Keimformen vs. Vereinnahmung sind unterschiedliche Perspektiven versammelt, die versuchen das gesellschaftsverändernde Potential von NK-Projekten einzuschätzen oder aber mögliche Fallstricke zu benennen. Die Gefahr, dass Versuche, die vermeintlich eine Alternative zum Kapitalismus erreichen wollen, lediglich zu dessen Renovierung beitragen, ist ein Thema im Artikel Unsere NK-Projekte sind die Keimform einer utopischen Gesellschaft – sind sie das?

Dann fragten wir viele bestehende Gruppen nach ihrer Praxis als auch ihren Problemen.

In dem Abschnitt Selbstorganisation & Praxiserfahrung beschreiben vor allem Projekte, die sich um Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion drehen, ihre Erfahrungen.

Der Text Nicht-Kommerzialität im Gesundheitsbereich: die Friedelpraxis beschreibt darüberhinaus den Versuch zweier Heilpraktikerinnen neben ihrem kommerziellen Praxisalltag auch noch eine möglichst tauschfreie Behandlung zu ermöglichen.

Auch wenn Nehmen und Geben entkoppelt werden, braucht es Aushandlungsprozesse unter den Beteiligten. Hiervon handelt das Kapitel Spannungsfelder zwischen Konsument_innen und Produzent_innen. Bei den Texten zu den dort vorgestellten Projekten gibt es jeweils unterschiedliche Strategien mit dieser Zweiteilung umzugehen, oder gar Versuche sie aufzuheben.

Eine unbestreitbare Tatsache in nichtkommerziellen Projekten ist, dass aufgrund des Fehlens von Tausch mensch zurückgeworfen wird auf die eigenen Bedürfnisse: Was will ich eigentlich wirklich? Würde ich diese Tätigkeit auch ohne erwartbare Gegenleistung ausführen?

In dem Abschnitt Bedürfnisse & biographisches Gepäck wird unter anderem davon berichtet was sich in NK-Experimenten an Selbsterfahrungs-Räumen ergeben. Eindringlich wird beschrieben was sich dabei für Türen öffnen können. Das diese Fixierung auf die eigenen Bedürfnisse jedoch auch nicht so leicht über die Widersprüchlichkeiten dieser Gesellschaft hinauskommt, berichtet der Beitrag Bedürfnisse statt Waren – geht das so einfach?.

Ein Knackpunkt der nichtkommerziellen Experimente ist auch die Frage der Finanzierung. Neben den Produktionskosten braucht mensch, um in einer solchen Form tätig zu sein, genug Zeit eben auch eine anderweitige Absicherung. Im Abschnitt Finanzierung oder der Ärger mit dem lieben Geld finden sich kritische Momentaufnahmen als auch die Beschreibung von Versuchen eines anderen Umgangs mit Geld und Absicherung und die damit gemachten Erfahrungen.

Neben der finanziellen Absicherung gibt es noch weitere Hürden, die Menschen an einer Teilnahme an NK-Experimenten hindern.

Im Abschnitt Teilhabe / Einschluss / Ausschluss geht es um das Prägen von Räumen und unbewusst hergestellte Ausschlüsse. Aber auch um Ideen für eine diskriminierungssensible Zusammenarbeit über die eigenen Tellerränder hinweg.

Das solche NK-Projekte, wie sie hier in der Broschüre auftauchen, nicht aus dem Nichts kommen, sondern auch eine materielle Basis brauchen, davon handelt der letzte Abschnitt Strukturen & Voraussetzungen basteln. Hier werden einige unterstützende Bedingungen benannt als auch der Versuch einer kollektiven Entprivatisierung präzisiert.

Da wir diese Broschüre neben unseren anderen nichtkommerziellen Projekten auf die Beine gestellt haben, hatten wir öfter nur sporadisch Zeit für dieses Werk. Wir haben uns trotzdem den Raum dafür genommen und jeden eingehenden Text mindestens einmal auf Lesbarkeit gespiegelt und inhaltliche Nachfragen gestellt. Aus dieser manchmal an Erbsenzählen erinnernden Beschäftigung ist dann Stück für Stück diese Broschüre entstanden.

In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich vieles weiterentwickelt und verändert. Bestimmt würde die ein oder andere Autor*in ihren Beitrag mittlerweile anders schreiben.

Wer den jeweils aktuellen Stand der Projekte wissen möchte ist am Besten darin beraten sich direkt bei den Projekten zu melden, bzw. vorbeizuschauen.

Die wenigsten Autor*innen in dieser Broschüre sind professionelle Schreibende. Es ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Stilen und Standpunkten die wir hier versammelt haben. Ebenso gibt es verschiedene Schreibweisen, die die Autor*innen benutzt haben. Manche, so wie diese Einladung ist mit * geschrieben. Andere verwenden den Unterstrich um anzudeuten, dass es mehr als nur zwei Geschlechtsdefinitionen gibt. Wiederum Andere nutzen Binnen-I oder X als geschlechtsneutrales Pronomen. Wir haben es jeweils so gelassen wie es kam.

Wir hoffen, dass Du mit dem Heft etwas anfangen kannst. Gespannt sind wir auf Deine Kritik, Anregungen und Reaktion an broschuere ätt gegenseitig punkt de

Ein großer Dank gilt an dieser Stelle auf jeden Fall noch all den Mitschreibenden, Korrekturlesenden, Zeichnenden, Finanzierenden, Inspirierenden, Helfenden, ohne die dieses hübsche Heft nicht geworden wäre.

Viel Spaß und Anregung beim Lesen wünscht Dir Dein kleines, freudiges Redaktionsgrüppchen.

Inhaltsverzeichnis

1. … und was ist jetzt eigentlich genau NK?

Nichtkommerzielles Wirtschaften – Vorschlag für einen Wikipedia-Eintrag
Begriffe
Ecommony
Häufig gestellte Fragen – Teil 1

2. Veränderungspotential / Sinn und Unsinn von NK

Nk und die Rettung der Welt
Propaganda der Tat – Verschenkemarkt
Zur gesellschaftlichen Wirkung von NK-Projekten
Welcher Bruch mit welchen Verhältnissen?
„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile oder: Die Revolution beginnt im Garten“
NK-Projekte – aus chinesischer Sicht
„Zwei machen sich Gedanken…“ Ein Gespräch über NK & Charity
Wie(so) ich mich an die NKL ranrobbte

3. Keimformen vs. Vereinnahmung

Peercommony – Eine Welt ohne Geld und Zwang
Keimform und gesellschaftliche Transformation
Nicht-Kommerziell oder Abgespalten? Wert-Abspaltung, Nicht-Kommerzialität und die Gefahren vereinseitigender Kritik und Praxis
Unsere NK-Projekte sind die Keimform einer utopischen Gesellschaft – sind sie das?
<a href="https://www.ich-tausch-nicht-mehr.net/de/39/#part-2

4. Selbstorganisation & Praxiserfahrung

Getreide-Ini auf dem Karlshof
Initiativenhof Karl/a/shof
Ackerkollektiv Wurzeltrotz
SoliLa! Gutes Essen für Alle – und zwar umsonst!
„Solidarische“ als „Nicht-Kommerzielle“ – Landwirtschaft Projektskizze und Herausforderungenitle
Nicht-Kommerzialität im Gesundheitsbereich: die Friedelpraxis

5. Spannungsfelder zwischen Konsument_innen und Produzent_innen

SISSI – SommerInfraStrukturSuperInitiative
Die Rebäcka …
Die Kartoffel ist im Weg? Zur Geschichte der NK-Kartoffel

6. Teilhabe / Einschluss / Aussschluss

Die Schenke – Reflexionen über einen Kostnix-Laden in Wien und den Zwiespältigkeiten einer umsonst-ökonomischen Praxis
„So selbstverständlich“ oder Das Problem mit dem Geben und Nehmen
Einschluss statt Ausschluss? – Diskriminierungssensible Zusammenarbeit jenseits von Öffnungsprozessen
Häufig gestellte Fragen – Teil 3

7. Bedürfnisse und biographisches Gepäck

Bedürfnis – und Prozessorientierung
Zur Auseinandersetzung mit verinnerlichten Herrschaftsverhältnissen oder Stichprobe einer NK*Innerei
Bedürfnisse statt Waren – geht das so einfach?

8. Finanzierung oder der Ärger mit dem lieben Geld

Zur Finanzierung von NK-Projekten
Kaskade
Geld für den persönlichen Bedarf?! Auseinandersetzung mit dem Thema persönlicher Geldbedarf im Rahmen nichtkommerzieller Projekte und ein laufendes
Die Wukania Lernwerkstatt – frei.utopisch.widerständig

9. Strukturen & Voraussetzungen basteln

Warum entwickeln sich NK-Aktivitäten im Umfeld der PAG?
Ko.Sy – Kollektives Syndikat – oder kollektives Synapsen zusammenbasteln
Geschichte der NK-Seminare

Häufig gestellte Fragen – Teil 4

From: keimform.deBy: ich-tausch-nicht-mehrComments

The river to freedom

The Amazonian Kichwa people have rowed down the Seine to publicise the plight of their rain forests exploited by oil miners and logging companies. Watch this wonderful video on their lives and arguments which summarise the threats of capitalism to all peoples on Earth at present.

In this video at the Guardian newspaper site, an Elder says:
Money is not life for us. Life for us is what we have here. We have to keep passing on the knowledge we have learned here about the earth, from nature. Only in that way can we defend this place.


Experimentation in Greece

The experimentation in Greece for years now, especially since 2011, offers lessons for non-montary and non-market futures. An article in the Guardian earlier this year suggested that exchanges cutting out the middle merchants between producers and consumers — much like farmers' markets but centrally controlled — has been most successful:
Thousands of Greeks are benefiting from perhaps the simplest of the “solidarity economy” projects nationwide, a movement that links buyers directly to the people who produce their food, detergent and other essentials, undercutting supermarkets.
Most take orders before a monthly meeting when cash and goods are handed over. In a country with a notorious parallel market, even the government wins, because all transactions are recorded, said 38-year-old teacher Dimitris Tsilogiannis.
“We have had a great response from the public, all we do is totally legal and most importantly all sellers give receipts,” he said during an evening spent manning phones to answer queries and help buyers unable to use the internet. In the office with him were a soldier, an unemployed friend and an office worker, all of them volunteers.
Their local group has coordinated the sale of 1,500 tonnes of potatoes, olive oil, rice, flour, fruits, honey, cheese, pulses and other products at prices around a third to half of supermarket levels.
http://www.theguardian.com/world/2015/jul/17/solidarity-economy-greece-mixed-fortunes

Commons und Geld

Bei Treffen des Commons-Instituts in Leipzig vom 29.10. bis 1.11. haben Denis Neumüller und ich einen Vortrag zum widersprüchlichen Verhältnis von Geld und Commons gehalten. Hier die Folien und der Audiomitschnitt — leider in mieser Qualität die erste Minute ist mies, dann ist die Qualität ok (Download Folien: PDF|ODP, Download Audio: OGG|MP3):

 

From: keimform.deBy: Stefan MeretzComments

Local Lives Global Matters

Raphael Souchier — on French and North American grassroots initiatives — in conversation with Anitra Nelson on community-based governance instead of money as the ruling principle of production and exchange, and George Ryan, lawyer, small farmer and LETS advocate — 11.15 am to 12.45 pm on Friday 16 October 2015 Local Lives Global Matters Conference, Castlemaine (Victoria, Australia)

Sharing money

It's only a step towards a world without money and the organisers aren't really anti-monetary but the Free Money Day is a way to raise consciousness about the roles of money in our society. It's coming up very soon, 15 September 2015 at a place near you or you can contribute. For more see:

http://www.freemoneyday.org/participate/

A word of caution, read our post for 1 September and link to view the video of the hilarious consequences of some of these kinds of actions.

On ecovillages, sustainability and money

Here's a quick read on ecovillages, part of a debate in The Conversation about their role in a more sustainable world — with a sting in the tail via a no money line: 'In defence of ecovillages: The Communities that can Teach the World to live Sustainably'   You might get a kick out of reading the comments too.

Commons auf der Solikon 2015

solikon2015Der Kongress Solidarische Ökonomie — kurz Solikon — findet dieses Jahr vom 10. bis 13. September an der TU Berlin statt (Anmeldung). Das Programm ist schier unüberschaubar umfangreich, wer allerdings warenkritische Veranstaltungen sucht, muss sich echt anstrengen. Kritik ist viel, doch wie weit geht sie?

Hier eine subjektive Auswahl von Workshops, die auch mal das Ganze (aka Kapitalismus) in Frage stellen und darüber hinausgehen wollen (zum Teil mit Menschen aus dem Demonetize-Netzwerk):

Fr, 11.9., 9:00-10:30h: Elmar Flatschart: Solidarische Transformation zwischen Politik und Ökonomie. Emanzipation im Spannungsfeld des Politikfetisches

Fr, 11.9., 11:00-12:30h: Christian Siefkes: Commonssyndikalismus – eine nichtkapitalistische, selbstorganisierte (Re)Produktionsweise

Fr, 11.9., 14:30-16:00h: Uli Frank: Einführung in die Kritik der Geldlogik

Fr, 11.9., 14:30-16:00h: Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine und der Kampf um eine postkapitalistische Zukunft

Sa, 12.9., 9:00-13:00h: Lynn Chang & Stefan Meretz: „Ist Solidarische Ökonomie mit Geld möglich?“ Input und World Café

Sa, 12.9., 14:30-16:00h: Stefan Meretz & Lynn Chang: Von Commons zum Commonismus?

Sa, 12.9., 14:30-16:00h: Friederike Habermann: Ecommony – oder: Auf dem Weg in die Null-Konkurrenz-Gesellschaft?

So, 13.9., 9:00-10:30h: Tilman Wendelin Alder & Lynn Chang: Von Nischendasein zur gesellschaftlichen Neuorganisation – Potentiale und Grenzen Solidarischer Ökonomie

From: keimform.deBy: Stefan MeretzComments